Lübecker Marktleute fühlen sich von Stadtverwaltung übergangen

Eine falsche Beschilderungauf dem Markt am Meesenplatz sorgte für Verärgerung und Verwirrung unter den Marktkaufleuten.

Lübecker Marktleute reagieren verärgert über neue Beschilderung auf dem Wochenmarkt am Meesenplatz

„Wir sehen Gesprächen mit der Stadtverwaltung Ende Januar positiv entgegen“, war noch vor kurzem von Regine Gross, stellvertretende Vorsitzende der Marktleute zu hören. „Aber wir lassen uns auch nicht die Butter vom Brot nehmen!“, so die langjährige Marktkauffrau recht entspannt. Nur drei Tage später am Montag, 18. Januar, hatte sich die Lage früh morgens drastisch verändert: „Ich bin total konsterniert“, so Sven Bössow, Vorsitzender der Marktkaufleute. Er erzählt, dass die Marktleute in der Frühe auf dem Wochenmarkt am Meesenplatz von städtischen Mitarbeitern auf eine neue Beschilderung hingewiesen wurden, wonach nur noch am Donnerstag und nicht mehr am Montag Markttag sei.

Fauxpas der Stadtverwaltung sorgt vielfach für Irritationen

„Ich war erst einmal fassungslos“, äußert sich Marktkaufmann Ecki Reimer, der seit mehr als 20 Jahren sein Bioobst- und Gemüse auf dem Meesenplatz anbietet. „Es geht bei uns schließlich auch um Existenzen“, sagt er. „Die Gespräche sollen doch erst noch geführt werden, aber die Schilder sind bereits gedruckt?“, fehlt auch ihm bald die Motivation für konstruktive Gespräche.

 

Hintergrund: Die Hansestadt Lübeck will die Lübecker Wochenmärkte modernisieren. Denn die Verwaltungskosten sind zu hoch, die Gebühren für die Marktbeschicker aber seit mehr als 10 Jahren nicht mehr angehoben worden. Überlegt wird, bestimmte Standorte ganz zu schließen oder Märkte nur noch ein Mal wöchentlich stattfinden zu lassen. Die Lübecker FDP lehnt Schließungen ab, die SPD schließt sie nicht kategorisch aus.

 

Allem vorausgegangen war die Vorlage eines Verwaltungsentwurfes zur Modernisierung der Lübecker Wochenmärkte und einer Neuregelung der Marktgebühren. Seitdem gab es auf Seiten der Marktbeschicker wie von der Politik Gesprächsbedarf, so dass für Ende Januar ein Termin festgezurrt ist. Neben der Verringerung des Wochenmarktes am Meesenplatz von zwei auf einen Wochentag sollen laut Verwaltungsvorlage die kleinen Märkte in Moisling und Buntekuh aus Kostengründen nicht weiter von der Stadt vorgehalten werden und die Zuständigkeit an die dortigen Grundstückseigentümer abgegeben werden. Laut Sven Bössow sind Gespräche schon geplant und er ist in dieser Hinsicht positiv gestimmt.

Wochenmärkte in Lübeck übernehmen Grundversorgung

Doch der Fauxpas am Meesenplatz hat ihn sehr aufgewühlt. „Unsere Arbeit als Marktkaufleute unter Corona ist gerade in diesen Monaten nicht einfacher geworden“, sagt er und unterstreicht, dass auf den insgesamt 17 Wochenmärkten der Stadt seit März 2020 zu einem großen Teil die Grundversorgung für viele Menschen geleistet werde, da diese vorsorglich im Freien einkaufen. „In dieser Situation an die Frequenz ärmeren Markttage heranzugehen ist mehr als unpassend“, stellt er fest. „Man kann vieles vernünftig besprechen. Aber so etwas wie heute Morgen, da fühlen wir uns schon sehr ungerecht behandelt!“

Beschilderung offenbar ein Irrtum

Stadtsprecherin Nicole Dorel war bei Nachfrage nicht über den Vorgang informiert. Nach und nach meldeten sich im Laufe des Vormittags dann die Fraktionsvorsitzenden bei Sven Bössow und informierten darüber, dass die neue Beschilderung ein Irrtum war. Bis zum Mittag waren die Schilder wieder entfernt. Bleibt noch zu fragen, ob die frühzeitige Anfertigung der neuen Schilder auch ein Irrtum der Verwaltung ist. Spannend dürften in dieser Hinsicht nicht nur die Gespräche sondern auch deren Ausgang Ende Januar sein. Monika Poppe-Albrecht

Foto: Böse Überraschung am frühen Morgen: Ecki Reimer, Marktkaufmann für Bioobst und -gemüse, war sehr irritiert über die irrtümlich aufgestellte Beschilderung auf dem Meesenplatz. mpa

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Eine Antwort auf „Lübecker Marktleute fühlen sich von Stadtverwaltung übergangen“

  1. Klaus Müller sagt:

    DIE haben bei DER Stadt wohl DEN KNALL nicht gehört!!! Die Wochenmärkte müssen

    BLEIBEN WO und WIE sie sind!! DIE Standgebühren gerade in dieser ZEIT zu erhöhen
    ist NICHT OK!!

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