Eutiner Festspiele ziehen Angebot zurück: Kein Naturpark-Haus in der Opernscheune

Beide Partner waren sich eigentlich einig: Die Eutiner Festspiele wollten das Kulissenlager in der Opernscheune am Schlossgarten umbauen und an den Naturparkverein Holsteinische Schweiz vermieten. Hier sollte eine attraktive Ausstellung zur Natur und Landschaft der Region eingerichtet werden. Doch die Corona-Krise hat das Projekt zu Fall gebracht.

Sommeroper will sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren

Angesichts der Herausforderungen der Pandemie haben die Festspiele alle Planungen und Investitionsvorhaben überprüft und sich dazu entschieden, das Mietangebot an den Verein zurückzuziehen. „Wir bedauern diese Absage sehr, da wir damit viele sehr geschätzte Akteure in der Region enttäuschen. Doch im Interesse der Festspiele mussten wir so handeln. Vor dem Hintergrund des nicht einschätzbaren Pandemie-Verlaufs in diesem und möglicher Nachwirkungen im kommenden Jahr müssen wir uns auf unsere Kernaufgabe konzentrieren. Wir können jetzt kein Geld mehr in einen Ersatzbau fürs Kulissenlager stecken, damit dieser Raum in der Opernscheune für die durch den Naturpark angedachte Nutzung frei wird“, erklärt Geschäftsführer Falk Herzog. Priorität habe nun „die Konzentration auf die Sicherung unseres ureigenen kulturellen Angebotes“.

Entscheidung bedauerlich, aber nicht überraschend

Zum jetzigen Zeitpunkt lag bereits ein detailliertes Gestaltungskonzept für die Ausstellung vor. Allerdings gerieten mit Beginn der Corona-Pandemie die Planungen ins Stocken, sie mussten dann auf Eis gelegt werden. „Wir müssen diese aus Unternehmenssicht nachvollziehbare Entscheidung akzeptieren. Obwohl sie nicht ganz überraschend kommt, ist sie umso bedauerlicher“, sagt Segebergs Landrat Jan Peter Schröder, Vorsitzender des Naturparkvereins.

Eutins Bürgermeister bringt Alternativen ins Spiel

Fraglich ist nun, wie es mit dem Vorhaben weitergeht. Das Naturpark-Haus am bisherigen Standort Plön wird vom Verein definitiv aufgegeben. Die Suche nach einer Ersatzlösung in der Region hat begonnen. Ob Eutin dabei noch als Standort in Frage kommt? Sicher wären auch andere Kommunen in Ostholstein oder in den Kreisen Plön und Segeberg, die Mitglied im Naturparkverein sind, interessiert, diese Touristenattraktion bei sich anzusiedeln. Der Eutiner Bürgermeister Carsten Behnk hat unterdessen Standort-Alternativen ins Spiel gebracht: den leerstehenden Sky-Markt am Marktplatz und den ehemaligen Baumarkt an der Elisabethstraße gegenüber des Bahnhofs zum Beispiel. In Frage kommt aber auch der Hof Feddersen in Fissau, der für die Zwecke des Naturparkvereins hergerichtet werden könnte. Die Gremien des Vereins werden sich im Januar mit der Situation befassen und vermutlich zügig zu einer Entscheidung kommen.

 

Das bisherige Kulissenlager der Opernscheune wollte der Naturparkverein eigentlich für seine Ausstellung nutzen. (Foto: LN-Archiv)

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