Hausfrauenbund Pönitz beschließt seine Auflösung

Die Mitglieder des Deutschen Hausfrauenbundes  Pönitz e.V. hatten eine schwere Entscheidung zu treffen – die zur Auflösung des Traditionsvereins.

Im 70. Jahr des Bestehens hat der Hausfrauenbund Pönitz seine Auflösung beschlossen

Die 22 Mitglieder des Deutschen Hausfrauenbundes (DHB) Pönitz e.V. hatten eine schwere Entscheidung zu treffen – die zur Auflösung des 1951 gegründeten Traditionsvereins. Das Aus hatte sich schon im Januar angedeutet.
Auf der Jahreshauptversammlung Anfang 2020 konnte der Vorstand nach dem Tod der stellvertretenden Vorsitzenden Rita Kalis nicht mehr vollständig besetzt werden, und auch die Vereinsvorsitzende Hilde Strawe stellte sich nur noch für ein Jahr zur Verfügung. Seitdem gab es keine Personen, die ihre Bereitschaft zur Übernahme der Ämter erklärten. Deshalb schlug der Vorstand nun die Auflösung des nicht mehr geschäftsfähigen eingetragenen Vereins vor.

Die Mitglieder bestimmten nun die bisherige Vorsitzende Hilde Strawe und die Schriftführerin Gerda Petrich zu den Liquidatoren und beschlossen die Auflösung des DHB Pönitz zum 31. Dezember 2020 in schriftlicher Abstimmung. Damit wird der Verein im 70. Jahr seines Bestehens abgewickelt.

Der Hausfrauenbund: Ein Rückblick

Am 5. November 1951 gründeten 35 Frauen aus Pönitz den Ortsverband des Deutschen Hausfrauenbundes. Die Mehrzahl der Frauen des Ortes waren Mitglieder, und der Verein war fester Bestandteil des dörflichen Lebens. Kein Fest, keine Veranstaltung im Dorf, an der nicht die Frauen des DHB beteiligt waren. Die Kaffeegärten mit den vielen selbst gebackenen Kuchen und Torten waren legendär. Man hörte Vorträge über Haushaltsführung, Ernährung, Kindererziehung. Man wurde über Produkte und Entwicklungen informiert, machte mit dem Bus gemeinsame Tagesfahrten und Firmenbesichtigungen.

Eine Verjüngung erfuhr der DHB 1978 durch die Gründung des Clubs junger Hausfrauen, der bis 1987 ein Angebot für junge Frauen und Mütter machte und in dem zahlreiche Frauen auch aus den umliegenden Orten bis Ahrensbök Mitglieder wurden. Da es nur einen Kindergarten mit zwei Gruppen für die ganze Gemeinde in Scharbeutz gab, gründete und organisierte der Club eine private Spielgruppe, die zeitweise auch einen Raum in der Pönitzer Schule nutzten durfte – und daraus entstand dann der private Kindergarten „Rappelkiste“ in der Bahnhofstraße.

Die Gruppe bleibt weiterhin zusammen

„Alles hat seine Zeit, und offenbar ist die Zeit für unseren Verein vorbei“, resümiert Hilde Strawe etwas wehmütig. Sie war seit 2004 Vorsitzende des DHB. „Die jüngeren Frauen haben andere Lebensentwürfe und Bedürfnisse, die Möglichkeiten sich zu informieren sind vielfältiger, die Freizeitgestaltung, das Familienleben, die Arbeitswelt – alles hat sich radikal gewandelt, da passt unser Verein in dieser Form nicht mehr dazu. Aber für viele Frauen war er wichtig, hilfreich und ein Stück Heimat.“

Die Frauen in Pönitz werden sich auch weiterhin treffen, nur nicht so organisiert wie in den Jahren zuvor – unter anderem in der freien Hobbygruppe „Häkelbüdelklub im Museum“, die sich jeweils am ersten Dienstag im Monat in Museum für Regionalgeschichte in Pönitz trifft und zu der keine Mitgliedschaft erforderlich ist.

1953: Ein Foto aus den Anfangsjahren des Deutschen Hausfrauenbundes Pönitz. Foto: hfr

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