Wie läuft Weihnachten dieses Jahr in Lübeck?

Es gibt klare Vorgaben, Weihnachten in diesem Jahr nicht im großen Kreis zu feiern. Wie begehen wir Weihnachten unter diesen Bedingungen?

Es gibt klare Vorgaben der Politik, Weihnachten in diesem Jahr nicht im großen Familienkreis zu feiern. Doch bereits jetzt wird vermutet, dass das pandemische Geschehen ansteigen wird, komme es gerade an den Festtagen doch zu vielen familiären Kontakten. Wie begehen wir das Weihnachtsfest unter diesen Bedingungen? Lassen wir die Großeltern allein zu Hause oder bleiben Studenten allein im Wohnheim?

Ruhige Weihnachtstage in Lübeck

Für die Lübecker Künstlerin Evelin Wisbar ist es ganz klar, dass beide Söhne aus Köln mit der Bahn zu ihr reisen. „Wir machen es uns gemütlich und lassen die Festtage ruhig angehen“, sagt die Kunstpädagogin. Mit Atelier und Wohnzimmer hat sie ausreichend Platz, damit die erwachsenen Söhne und ihre Mutter nicht zu eng beieinander sind.

„Drei unserer Kinder kommen aus Göttingen, Freiburg und Hamburg“, erzählt eine Lübeckerin von ihrer Patchworkfamilie. Falls damit gegen Vorgaben verstoßen wird, möchte sie ihren Namen nicht nennen. „Sie studieren und kommen selbstverständlich nach Hause, alles andere wäre für uns nicht annehmbar. Ich gehe davon aus, dass andere Studenten ebenfalls nicht in ihrem Wohnheim bleiben, sondern nach Hause zur Familie fahren.“
Auch Julia Mock macht sich mit ihrem Partner, Kleinkind und Baby auf den Weg zu den Eltern in Südbayern. Sie sind mit dem Wohnmobil unterwegs und freuen sich schon sehr. „Wir haben uns eine Woche vorher in freiwillige Quarantäne begeben, so dass bei der Familie nichts passieren dürfte“, sagt die junge Mutter.

Dieses Jahr fällt das Planen schwer

Bei Bernhard Mende und Ehefrau war es kurz vor Weihnachten noch nicht absehbar, ob der Sohn mit Ehefrau und zwei Kindern aus Dresden zuerst zu ihnen nach Groß Grönau oder vorher noch zu den Schwiegereltern nach Bautzen fährt. „Obwohl Sohn und Schwiegertochter im Homeoffice arbeiten, die Kinder nicht mehr in der Schule waren und die vier zuerst zu uns kommen, habe ich ein bisschen Bauchkneifen“, gesteht der Senior angesichts der steigenden Infektionszahlen. „Fahren die vier jedoch zuerst nach Bautzen, habe ich gar kein gutes Gefühl, weil dort so viele Corona-Erkrankungen gemeldet sind“, sagt der Endsiebziger.

Lieselotte Spahrmann ist seit einem Jahr verwitwet. Für sie ist es das erste Weihnachtsfest, das sie ohne ihren Ehemann verbringt und sie fühlt sich oft sehr allein. Umso mehr freut sie sich, dass ihre Enkeltochter vor Heilig Abend mit dem Auto aus Hamburg kommt und sie für ein paar Tage zu sich holt. Angst vor Corona hat die Seniorin nicht. „Ich habe als Kind viele schreckliche Erfahrungen im Krieg und in der Nachkriegszeit gemacht“, sagt die 84-jährige Lübeckerin. Umso mehr möchte sie ihre Lebenszeit positiv gestalten und die nächsten Tage bei Enkeltochter und zwei heranwachsenden Urenkeln genießen.

Weihnachtskarten gestalten für Freunde und die Familie: Evelin Wisbar freut sich auf die Festtage. Foto: MPA

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