Kreispräsident Harald Werner erzählt von Weihnachten früher und heute

„Weihnachten – das war in meiner Kindheit ein großes Erlebnis für die gesamte Familie“, erinnert sich Ostholsteins Kreispräsident Harald Werner an das Fest der Feste vor über 60 Jahren. Der pensionierte Bundespolizist wurde 1954 in Lübeck geboren und war gemeinsam mit Zwillingsbruder Peter das jüngste von insgesamt sechs Geschwistern. „Wir lebten in kleinen Verhältnissen und gaben uns mit bescheidenen Geschenken zufrieden.“

Großer Lego-Kasten war ein Riesenspaß

Der Vater kam blind aus dem Krieg, arbeitete später als Telefonist bei der Universität. „Damals war es ohnehin üblich, mehr praktische Sachen zu verschenken – das war kein Problem für uns“, erzählt Werner. Sein schönstes Geschenk war aber dann doch Spielzeug: „Wir drei jüngsten Geschwister haben zusammen einen großen Lego-Kasten bekommen. Das war ein Riesenspaß.“

Abenteuerliche Weihnacht in Norwegen

Sein spannendstes Weihnachtsfest erlebte Werner ebenfalls in ganz jungen Jahren. „Meine Mutter war Norwegerin, und wir haben es nur ein einziges Mal geschafft, alle zusammen mit meinen Großeltern, die in Halden an der norwegisch-schwedischen Grenze lebten, Weihnachten zu feiern. Wir stiegen alle in unseren Simca-Kleinwagen und fuhren zu acht – die kleinen saßen auf den Knien der großen Geschwister – bei Schneetreiben die ganze Strecke in einem Rutsch durch – ohne Koffer, aber mit Geschenken an Bord. Das war abenteuerlich und eines der schönsten Weihnachten, die ich erlebt habe – in einer Holzfällerhütte mitten im tief verschneiten Wald“, schwärmt Harald Werner.

Als Weihnachtsmann beim Landrat

Heute feiert er Weihnachten mit Ehefrau Maren und Sohn Jan-Philipp in Stockelsdorf, wo die Familie seit 1987 lebt. Ob im Kirchenvorstand oder als Bürgervorsteher – Harald Werner war und ist vielfältig ehrenamtlich ins Gemeindeleben eingebunden. Und bürgerschaftliches Engagement zeigte er selbst an Heiligabend: „Lange Zeit war ich auch als Weihnachtsmann unterwegs, unter anderem bei Freunden wie dem jetzigen Landrat Reinhard Sager, der damals noch in Stockelsdorf gewohnt hat“, plaudert Werner aus dem Nähkästchen. Weil seine Frau noch berufstätig ist, obliegt es dem Pensionär, Heiligabend für die Familie zu kochen. „Traditionell gibt es Schweinefilet mit Rotkohl und Kroketten, von jeher das Lieblingsgericht unseres Sohnes.“

Harald Werner gilt als „Herr der Fliegen“

Die nächtliche Christmette besucht Werner allein. Dabei trägt er dann bestimmt eine Fliege mit Weihnachtsmotiv. Das ist nämlich seine Marotte: Werner gilt als „Herr der Fliegen“, weil er ausschließlich die modischen Querbinder trägt – und sammelt. 200 Lieblingsstücke mit passendem Einstecktuch besitzt er, darunter das eine oder andere weihnachtliche. Mit Krawattenschleifen beschenkt er sich jedoch am liebsten selber, das Christkind braucht da nicht bemüht werden: „In der Regel kaufe ich mir die Fliegen selbst, da bin ich sehr eigenen. Eine gute Quelle habe ich in Schweden aufgetan“, sagt Kreispräsident Harald Werner.

Er schwärmt vom Singen im Kreishaus

Übrigens, seit er Kreispräsident ist, schätzt Werner eine Gepflogenheit im Eutiner Kreishaus ganz besonders: das Singen der Mitarbeiter, die am letzten Arbeitstag vor dem Fest auf dem großen Flur im Altbau zusammenkommen und gemeinsam Weihnachtslieder anstimmen. „Dann werden Liedtexte verteilt, eine Kollegin spielt Keyboard und alle, wie sie da sind, stimmen in den Chor ein und wünschen sich anschließend eine schöne Weihnacht. Für den Landrat und mich ist dieser Moment auch eine schöne Gelegenheit, persönlich Danke zu sagen“, so Harald Werner. In diesem Corona-Jahr muss Werner aber wohl von schönen Erinnerungen zehren.

 

Kreispräsident Harald Werner (66) gilt als „Herr der Fliegen“: Er besitzt unzählige Querbinder – einige auch mit Weihnachtsmotiv. Immer passend dazu: das Einstecktuch fürs Jacket. (Foto: Graap)
Das Bild unten zeigt die gesamte Familie Werner um den Christbaum versammelt in den 50er-Jahren. (Foto: hfr)

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