Kücknitz: Was wird aus dem ehemaligen Memory-Gebäude?

Einst war hier der gesellschaftliche Mittelpunkt von Kücknitz zu finden, heute bietet es einen traurigen Anblick: Das ehemalige Memory.

Das ehemalige Memory ist ein Schandfleck in Kücknitz

Einst war hier der gesellschaftliche Mittelpunkt von Kücknitz zu finden. Heute bietet es jedoch einen mehr als traurigen Anblick, und vielen Kücknitzern ist der Zustand ein Dorn im Auge: das ehemalige Memory an der Alten Travemünder Landstraße. Früher bekannt unter dem Namen Zum Hochrad und später dann Gaststätte Dieckelmann war hier die Möglichkeit für eine Rast gegeben. Kutscher legten hier auf dem Weg von Lübeck nach Travemünde oder zurück eine Pause ein, die Pferde konnten getränkt werden und die Passagiere konnten sich in der Gaststätte erfrischen.

Später haben Kücknitzer Vereine hier ihre Feste gefeiert und Versammlungen abgehalten. Hinter der Gaststätte gab es eine Kieskuhle, in der Ringreiten und Vogelschießen veranstaltet wurden. Nach der Schließung der Gaststätte gab es verschiedene Nutzungen des Gebäudes. Zunächst ein Supermarkt, dann ein Kino, ein Wohnheim für Asylbewerber und nicht zu vergessen das Memory, eine Diskothek.

Das Memory ist mittlerweile verfallen

Heute bietet das Gebäude einen mehr als traurigen Anblick. Mehrfach haben sich Kücknitzer über den Verfall des Gebäudes beschwert, der Gemeinnützige Verein Kücknitz hat sich stets für den Erhalt des Gebäudes eingesetzt. Immer wieder gab es auch Brände in dem leerstehenden Gebäude, Vandalismus und illegale Müllablagerungen. Zuletzt hatte ein Großbrand am 18. Mai 2012 für negative Schlagzeilen gesorgt.

Im Juni 2018 hatte es einen SPD-Antrag im Bauausschuss gegeben. Nach diesem einstimmig bei einer Enthaltung gefassten Beschluss sollte die Bausenatorin Gespräche mit dem Eigentümer führen mit dem Ziel einer möglichst kurzfristige Beseitigung der Brandruine und einer Neugestaltung des Grundstücks durch Einleitung eines Bauleitplanungsverfahrens. Im September 2018 war die Vorlage eines Ergebnisses dazu geplant. Dies ist jedoch nicht geschehen.

Seit Sommer Stillstand auf dem Gelände

Heute ist das Gelände in Besitz der Birgroup, die dort eine größere Investition plant. Im Sommer entkernte man das Gebäude. Doch seither ist Stillstand, nichts tut sich mehr. Stattdessen sammelt sich wieder Müll, Lkw-Fahrer nutzen das Umfeld für ihre Hinterlassenschaften, wenn sie auf der Fläche neben dem Grundstück übernachten.

Auf Nachfrage bei der Stadt erklärte Sprecherin Nicole Dorel: „Der Bauantrag wurde genehmigt, der Bauherr kann loslegen. Es gibt keinen B-Plan, die Genehmigung erfolgte über Paragraf 35 Baugesetzbuch (regelt das Bauen im Außenbereich, Anmerkung der Redaktion). Die Baugenehmigung ermöglicht ihm eine Instandsetzung beziehungsweise Wiederherrichtung des historischen Hauptgebäudes, jedoch nicht den Abriss und die Errichtung eines Neubaus. Außerdem sind Bauten im Außenbereich nur unter Berücksichtigung der entsprechenden Auflagen der Forstbehörde und des Naturschutzes möglich.“

Nun mischt sich die Politik ein: „Es muss dort endlich etwas passieren. Die Einwohner*innen von Kücknitz fühlen sich nicht ernst genommen, denn diese Ruine besteht schon seit 2012“, sagt André Kleyer, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Lübeck. „Ich erwarte und rufe hiermit dazu auf, dass sich die Stadt und der Besitzer an einen Tisch setzen und den Schandfleck an dieser Stelle beseitigen.“ Der Eigentümer Birgroup wollte sich bis Redaktionsschluss nicht zu seinen Plänen äußern.

2 Antworten auf &‌#8222;Kücknitz: Was wird aus dem ehemaligen Memory-Gebäude?&‌#8220;

  1. Dirk M. sagt:

    Wann würde entkernt, ich fahre als Taxifahrer täglich dran vorbei. Ich habe dort nie Menschen arbeiten sehen. Das einzige was sich getan hatte, war dieser grüne Zaun, der einfach nur drum rum gezogen wurde.
    Und was will die birgroup dort reinbringen? Ne neue Zentrale für ihre Reinigingskräfte?

  2. Uwe sagt:

    Heute, 1.2.2021, wird das „memory“ nun abgerissen.
    Tränenfluss auf Facebook, Uwe

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