Eutiner Landesbibliothek: Fielmann finanziert Restaurierung historischer Papiere

„Unglaublich, ein Hammer!“ Der Kunsthistoriker der Fielmann AG, Dr. Jürgen Ostwald, ist begeistert von einem einmaligen Fundstück aus der Eutiner Landesbibliothek. In den Archiven ist eine bislang völlig unbekannte Handzeichnung des barocken Gartens von Schloss Traventhal bei Segeberg aus der Zeit um 1750 aufgetaucht. Dieses Blatt und ein Dutzend weitere historische Pläne, Landkarten und Kupferstiche aus den Magazinen der Bibliothek wurden jetzt mit Fielmann-Fördermitteln restauriert.

Überraschungen aus verstaubten Schubladen

Historische Bibliotheken haben schon immer nicht nur Bücher, sondern auch Handschriften, Karten, Bilder und andere Objekte gesammelt, die die Büchersammlung ergänzen. So besitzt auch die Eutiner Landesbibliothek eine Reihe von Sondersammlungen, die seit einigen Jahren systematisch erschlossen und der Forschung zur Verfügung gestellt werden. Bibliothekar Thomas Trüter erfasst und katalogisiert, was er aus verstaubten Schubladen herauszieht. „Manchmal muss er aber auch Teile puzzleartig zusammensetzen“, weiß Bibliotheksleiter Dr. Frank Baudach. Oft sind diese Funde ein Fall für den Restaurator – und dann kommen Jürgen Ostwald und Fielmann ins Spiel, denn sie haben immer ein offenes Ohr – und ein Budget – für die Förderung regionaler Museen und Archive. In diesem Fall flossen mehrere Tausend Euro, damit die Dokumente aus dem 18. und 19. Jahrhundert auch die nächsten Jahrhunderte überstehen.

Papiere vom Hafen Büsum bis zum Lübecker Totentanz

Die in Lübeck restaurieren Papiere haben überwiegend einen engen Bezug zu Schleswig-Holstein: Darunter sind eine Zeichnung vom historischen Eutin, eine gezeichnete Karte des südlichen Herzogtums Schleswig und ein Plan des Büsumer Hafens von 1756 sowie Kupferstichfolgen des Lübecker Totentanzes von Carl Julius Milde (1866) und vom Berliner Schloss von Paul Decker (1703).

Travethal-Zeichnung wird im neuen Schlösser-Buch veröffentlicht

Wahre Begeisterung hat aber die riesige, mit feinster Feder gearbeitete Zeichnung des Travethaler Barockgartens mit Detailabbildungen der einzelnen Bauten gesorgt, weil diese Ansichten bis dato unbekannt waren. Das Anwesen in dieser Form gibt es schon seit 200 Jahren nicht mehr. Ostwald kündigte an, dass Autor Deert Lafrenz, Spezialist für die Guts- und Herrenhausarchitektur im Land, die Zeichnung in seinem neuen Buch „Schlösser in Schleswig-Holstein“ veröffentlichen wird.

Über 100 Papierblätter aus dem Archiv warten noch auf Auswertung

Im Magazin der Landesbibliothek warten übrigens über 100 Papierblätter noch auf ihre Auswertung. „Darunter Pläne, mythologische Darstellungen, Zeichnungen mit biblischem Bezug und Mode-Abbildungen, die höfischen Geist atmen und aus dem fürstbischöflichem Erbe stammen“, so Trüter. Und die Fielmann AG wird sicher wieder finanziell unterstützen, wenn es um den Erhalt dieser historischen Dokumente geht.

 

Bibliothekar Thomas Trüter und Claudia Freutel, Leiterin der Eutiner Fielmann-Filiale, präsentieren die Handzeichnung des Barockgartens von Schloss Traventhal. Und eine weitere restaurierte Kartenzeichnung von 1880 zeigt die Kleinstadt Eutin im Jahre 1580. (Fotos: Graap)

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