Wasfehlt.Luebeck: Videos zeigen, was wir gerade vermissen

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Sie wollen zeigen, was gerade nicht zu sehen sein darf: Die Initiative Wasfehlt.Luebeck hat ein aufwendiges Videoprojekt für die Hansestadt gestartet. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Menschen in Lübeck derzeit vermissen. Die Videos sind auf der Internetseite wasfehltluebeck.de.

Videos von Projektionen in Lübeck

Einfach nur Videos zu drehen von Menschen, das war den Machern des Projektes „Wasfehlt.Luebeck“ offenbar zu einfach. Sie projizieren die fertigen Videos darum an öffentlichen Orten. Zum Freilichtkino wurden so zum Beispiel das Stadion Lohmühle, die Marienkirche oder die Skaterbahn an der Kanalstraße. Diese Projektionen wurden wiederum gefilmt. So entsteht das Video eines Videos mit örtlichem Bezug – und teils spektakulärer Optik. Wenn der Musiker Stefan Kuchel an der Hauswand des CVJM in der Großen Petersgrube wie ein Geist erscheint und Saxofon spielt, ist der Effekt verblüffend.

Projekt des Kulturfunken

Hinter dem Projekt stehen die Szenografin Andrea Bohacz, Designerin Barbara Duraj, der Regisseur Stefan Prehm und der Ingenieur Christoffer Greiß. „Wir haben uns im Sommer getroffen und überlegt, was für ein Projekt wir beim Kulturfunken der Possehl-Stiftung zur Förderung einreichen können“, erinnert sich Andrea Bohacz. Das Projekt sollte auf jeden Fall für alle zugänglich im Straßenraum stattfinden. Entstanden sind so 28 Filme, in denen rund 100 Leute auf die Frage antworten, was ihnen in Lübeck gerade fehlt. Alle auf ihre Art und Weise. Und alle, ohne das Wort Corona in den Mund zu nehmen.

Glückliche Passanten

„Dahinter steckt auch die Idee der Vergänglichkeit“, erklärt Andrea Bohacz. Lübeck hat schon viele Epidemien überstanden, sagt die Szenografin. Auch diese wird vorübergehen. Bis das der Fall ist, zeugen die Videos des Projektes von den Dingen, die wir gerade nicht erleben dürfen. Und von der Kreativität von Lübeckern, die anderen Lübeckern etwas bieten möchten, was derzeit nicht da ist. Und das kommt an: „Die Gesichter der Passanten, die die Projektionen vor Ort gesehen haben, haben sich alle aufgehellt“, sagt die Macherin.

Projektionen auch als Stadtführungen

Eventuell sollen die Projektionen auch im Rahmen von Stadtführungen erlebbar sein, verrät Andrea Bohacz. Aber natürlich erst dann, wenn das bedenkenlos wieder möglich ist. Bis dahin lädt das Projekt Wasfehlt.Luebeck ein zum virtuellen Stadtrundgang. Oliver Pries

Foto: Dreharbeiten an der Lohmühle. Foto: Wasfehlt.Luebeck

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