Grünes Licht für Fehmarnbelt-Querung: Der Tunnel darf gebaut werden

Am Dienstag, 3. November, hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig das Urteil zum Bau der Festen Fehmarnbelt-Querung (FFBQ) gesprochen – und alle Klagen gegen das Milliardenprojekt abgewiesen. Damit besteht nun Baurecht für den Fehmarnbelt-Tunnel, der Ostholstein mit Lolland verbinden und voraussichtlich 2029 fertig sein soll. Abseits des Planfeststellungsverfahrens wurde den Vorhabenträgern lediglich auferlegt, mit Blick auf die schützenswerten Riffe ein ergänzendes Verfahren auf den Weg zu bringen.

Landrat überrascht von der Klarheit der Gerichtsentscheidung

Landrat Reinhard Sager zeigt sich erstaunt über das Urteil: „Ich bin überrascht, dass das Gericht in dieser Eindeutigkeit entschieden hat. Ziel des Kreises Ostholstein und der betroffenen Gemeinden war stets eine Minimierung der Risiken aus dem Bauwerk und die Abwendung möglicher Schäden der Menschen. Hierfür haben wir uns seit Projektbeginn eingesetzt.“ Der Kreis hält es für wichtig, dass die Fragen des Biotopschutzes nun sorgfältig abgearbeitet werden: „Für die hier lebenden Menschen – und auch für unsere Urlaubsgäste – ist es von größter Bedeutung, dass Eingriffe in die Umwelt minimiert bzw. angemessen kompensiert werden“, so Landrat Sager.

„Der Kreis Ostholstein erwartet weitere wertvolle Impulse“

„Mit Blick auf die Entwicklung der grenzüberschreitenden Region ist das Urteil für Ostholstein aber zugleich ein Zukunftssignal“, betonte Sager. „Dies gelte einerseits für die künftige verkehrliche Anbindung des Kreises und andererseits für die weitere Kooperation mit unseren dänischen Nachbarn und Freunden hinsichtlich des Zusammenwachsens zu einer gemeinsamen Fehmarnbelt-Region. Hier erwartet der Kreis Ostholstein weitere wertvolle Impulse.“

Wirtschaft erhofft sich Wachstum und Innovationsschübe

Von „Aufbruchstimmung in Nordeuropa“ spricht auch das Fehmarnbelt Business Council (FBBC): Die Wirtschaft zwischen Hamburg und Südschweden begrüße die positive und klare Gerichtsentscheidung. „Wir erwarten vor allem Wachstumsimpulse und Innovationsschübe, die uns im internationalen Wettbewerb stärken. Der Norden kann damit aufsteigen in die Liga der Top-Regionen“, sagt der FBBC-Vorsitzende Arno Probst. Der rund 18 Kilometer lange Tunnel habe eine große Bedeutung für ganz Europa. Unter anderem wird sich die Reisezeit per Zug zwischen Hamburg und Kopenhagen von aktuell fünf Stunden auf knapp drei Stunden verkürzen, Lkw sparen mindestens 90 Minuten auf der Strecke. Die Landesregierung spricht von einen „großen Tag für Schleswig-Holstein und Dänemark“.

Bürgerinitiativen fordern Neubewertung des Verkehrsprojekts

Die Bürgerinitiativen in der Allianz gegen die FFBQ sind dagegen fast sprachlos. Sie fordern nun von der Politik, „sich für Vernunft und Gemeinwohl einzusetzen“ und eine neutrale Neubewertung des Projektes vorzunehmen, wie sie der Europäische Rechnungshof und der Bundesrechnungshof empfehlen. Der prosperierende Kreis Ostholstein werde durch den Tunnelbau zu einer Transitstrecke degradiert. „Niemand wird gerne an einer Baustelle und später an einer Gütertrasse Urlaub machen oder wohnen wollen“, meint Allianz-Sprecherin Susanne Brelowski . Und die „Bürgerinitiative Pönitzer Seengebiet“ spricht von einem aus der Zeit gefallenem Verkehrsprojekt, das den Pkw- und Lkw-Verkehr priorisiere und dem Klimaschutz entgegenstehe.

 

Dieses Bild zeigt eine Visualisierung von Tunnelportal und Rampe auf dänischer Seite der Festen Fehmarnbelt-Querung. (Foto: ICONO Femern A/S)

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Eine Antwort auf „Grünes Licht für Fehmarnbelt-Querung: Der Tunnel darf gebaut werden“

  1. Nina Hayder sagt:

    Interessant, dass der Tunnelendlich gebaut werden darf. Mein Mann arbeitet bei einer Firma für Tunnelbau. Um Verzögerungen zu verhindern, setzen sie immer Laserscannsystemen im Tunnelbau ein.

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