Obdachlosigkeit und Drogen in Lübeck: Neuer Flyer mit Hilfsangeboten erschienen

Die Hansestadt Lübeck ist mit ihren Angeboten für hilfsbedürftige Menschen gut aufgestellt – auch in Zeiten von Corona. Das haben Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau und Hilfsorganisationen am Freitag bekannt gegeben. Eine neue Broschüre informiert jetzt Betroffene über die Hilfen.

18 Obdachlose in Lübeck

18 Obdachlose, rund 460 wohnungslose und unzählige drogen- und alkoholkranke Menschen gibt es derzeit in Lübeck. Diese Zahlen liegen der Hansestadt Lübeck vor. Gemeinsam mit Hilfsorganisationen wie der Vorwerker Diakonie oder der AWO Drogenhilfe kümmert sich die Stadt um diese Menschen, hält Unterkünfte vor, schickt Streetworker auf die Straßen. Trotzdem entsteht in der Öffentlichkeit leicht der Eindruck, als würde Lübeck „nicht genug tun“, gerade für obdachlose Menschen. Dabei sind in den Obdachlosenunterkünften mehr als genug Betten vorhanden. 123 Notunterkunftsplätze und 34 Notplätze gibt es in der Stadt.

Neuer Flyer mit Hilfsangeboten

„Wir sind da und bieten Hilfe und Unterstützung. Stadt und Hilfsorganisationen arbeiten Hand in Hand. Niemand wird abgewiesen, Hilfe steht allen zur Verfügung, die sie brauchen“, macht Bürgermeister Jan Lindenau deutlich. Damit diese Nachricht auch bei denjenigen ankommt, die es wissen müssen, hat die Hansestadt nun einen Flyer mit allen Hilfsangeboten herausgebracht. Er liegt an öffentlichen Stellen aus, zum Beispiel in den Bürgerservicebüros, in der Bibliothek und im Rathaus. Außerdem soll die Broschüre an die Betroffenen verteilt werden. Die Angebote sind auch auf www.luebeck.de/hilfen aufgelistet.

Strengere Regeln durch Corona

Die Corona-Pandemie hat die Situation für alle Beteiligten verschärft. In den Beratungsstellen gelten strengere Regeln, die Notunterkünfte haben sich darauf vorbereitet, zur Not Quarantänesituationen zu meistern. Die Vorwerker Diakonie und die Heilsarmee haben angekündigt, weitere Übernachtungsplätze in der Innenstadt zu schaffen, sollten diese im Winter nötig werden. Ulrich Kewitz, Abteilungsleiter Persönliche Hilfen bei der Hansestadt Lübeck, stellt klar, dass niemand gezwungen werden kann, eine Notunterkunft aufzusuchen: „Die Menschen sind frei in ihrer Entscheidung.“

Lübecker können helfen

Alle Verantwortlichen appellieren nun an die Lübeckerinnen und Lübecker, besonders aufmerksam mit Menschen zu sein, die möglicherweise Hilfe benötigen. Außerdem können sich Vermieter melden, die ihre Wohnungen für das sogenannte „Trainingswohnen“ zur Verfügung stellen wollen. So können Wohnungslose lernen, wieder einen Haushalt zu führen. Die Vorwerker Diakonie koordiniert das Angebot, ein Kontakt unter Telefon 0173 / 3470913 ist möglich. Oliver Pries

 

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