Stockelsdorf muss sparen

Im Hauptausschuss wurde über Einsparvorschläge abgestimmt

Die Gemeinde Stockelsdorf hat etliche Investitionen angestoßen, die eine Kreditaufnahme nötig machen. Gleichzeitig sinken die Einnahmen, vor allem bedingt durch die Corona-Pandemie. Der erste Haushaltsentwurf für das kommende Jahr wies deshalb hohe Fehlbeträge im Ergebnis- und Finanzplan aus.

Bei einer gemeinsamen Klausurtagung hatten sich Politik und Verwaltung Gedanken über Einsparmöglichkeiten gemacht. Diese Einsparvorschläge waren ein Tagesordnungspunkt der Sitzung des Hauptausschusses am Montag. Auf der Sparliste stehen dabei auch Investitionen für die Feuerwehren, was zu einiger Diskussion führte. So wurden zunächst einmal die Kosten für das Feuerwehrgerätehaus in Horsdorf sowie die Kosten für die Anschaffung neuer Fahrzeuge herausgenommen.

Umstrukturierungen für die Feuerwehr

„Wir reden hier um den heißen Brei“, erklärte beispielsweise UWG-Sprecher Helmut Neu. Er bezog sich damit auf die Erstellung eines neuen Feuerwehrbedarfplans, der zurzeit erarbeitet wird. Dabei müssten auch Strukturen überprüft werden. „Wenn wir jetzt über die Haushaltsmittel entscheiden, zementieren wir damit Strukturen“, so Neu mahnend.

Bürgermeisterin Julia Samtleben warf dazu ein, dass Umstrukturierungen von der Feuerwehr kommen müssten. „Die Feuerwehren haben auch eine gesellschaftliche Funktion auf den Dörfern, da können wir nicht am Reißbrett planen“, so Julia Samtleben. Der Grüne Rolf Dohse möchte mit Feuerwehrvertretern dazu ein grundlegendes Gespräch führen und bat die Bürgermeisterin dies zu veranlassen.

Debatte um das Feuerwehrgerätehaus

Der Liberale Peter Hinzmann sieht den Einsparbedarf, möchte aber die Kosten für das Feuerwehrgerätehaus im Etat belassen. „Das Gebäude wird auch als Dorfgemeinschaftshaus genutzt, es gibt dort nichts anderes“, so Hinzmann. Dem pflichtete CDU-Mann und Mitglied der FF Horsdorf bei. „Wir brauchen das Dorfgemeinschaftshaus unbedingt und es ist auch beschlossen.“ Sabine Gall-Gratze von den Grünen kann als Dorfbewohnerin die deutliche Aussage von Ehmcke verstehen. Sie mahnte aber, dass andere größere Dörfer wie Eckhorst nichts bekämen, wo die Dörfler das Feuerwehrgerätehaus nicht nutzen dürfen.

Ralf Labeit von der SPD sieht einen Konsens im Gesprächsbedarf, möchte dazu aber auch gern einen objektiven Fachmann hören. Sein Vorschlag lautete, alle Investitionen bis auf die bestellten Fahrzeuge erst einmal zu schieben und den Feuerwehrbedarfsplan abzuwarten. Diesen Vorschlag sah Hauptausschussvorsitzender Torsten Petersson als sehr sinnvoll an. „Die Feuerwehren waren immer sehr sparsam und haben in guten Zeiten gesagt, sie wären jetzt auch mal dran, dabei aber immer mit Augenmaß“, lobte der Christdemokrat. Man müsse aber nun darauf achten, dass Fahrzeuge angeschafft werden, die zum Haus passen und nicht umgekehrt.

Insgesamt war große Übereinstimmung bei den vorgeschlagenen Einsparmöglichkeiten gegeben, sodass die Abstimmung darüber einstimmig ausfiel. Die Sparbeschlüsse werden nun in den Etatplan für 2021 eingearbeitet.

Zukünftig wird Stockelsdorf auch bei den Investitionen für die Feuerwehren sparen. Foto: Anja Hötzsch

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