Sonntag ist der Europäische Tag der Restaurierung – auch in Lübeck

Sehen, was man sonst nicht sieht. Darum geht es am Europäischen Tag der Restaurierung. Restauratorinnen und Restauratoren aus ganz Europa geben Interessierten am zweiten Sonntag im Oktober Einblicke in ihre Arbeitswelt, die sonst im Verborgenen liegt.

Restauratoren erklären ihre Arbeit

„Schön kaputt“ lautet das diesjährige Motto. Am Ende einer Restaurierung steht kein Kunstwerk ohne Makel, sondern ein Zeitzeugnis der Kunst und Geschichte, das sein Alter zeigen darf. Inwiefern dieses Motto in die restauratorische Arbeit einfließt, erzählen in Lübeck drei Restauratorinnen und Restauratoren aus verschiedenen Fachbereichen.

Triumphkreuz im Lübecker Dom

Die Diplom-Restauratorin für Gemälde und gefasste Skulptur, Maire Müller-Andrae vom Lübecker Atelier Butt Restaurierungen, berichtet von der jüngsten Restaurierung des Triumphkreuzes von Bernt Notke, 1470, im Lübecker Dom. Sie spricht über die Art und Ursachen der Schäden sowie über die durchgeführten Maßnahmen. Sie wird unterstützt von dem Kunsthistoriker und ausgewiesenen Kenner mittelalterlicher Skulptur im Ostseeraum, Dr. Jan Friedrich Richter, der über die wegweisende Restaurierung des Triumphkreuzes der 1970er Jahre publizierte. Der Vortrag im Lübecker Dom beginnt um 14.00. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wer ein Fernglas besitzt, kann dieses gern mitbringen.

Gedenksteine auf dem Ehrenfriedhof

Die Diplom-Restauratorin für Holzobjekte, Stephanie Schipper, berichtet über die Strategie ihres Restaurierungsprojektes an zwei hölzernen Gedenksteinen, eingewachsen im bewaldeten Bereich des Ehrenfriedhofes in Lübeck. Sind sie „kaputt“ oder sind sie gerade deswegen „schön“? Kann der Zerfall der Denkmale aufgehalten werden und wie weit verändert die Restaurierung deren Erscheinung?

Wandmalerei im Lübecker Burgtor

Die Führungen sind begrenzt auf zehn Teilnehmer und finden um 12 und um 14 Uhr statt. Eine Anmeldung ist unter Telefon 0170/4 79 49 48 erforderlich.
Der Diplom-Restaurator für Wandmalerei und Steinobjekte, Roland Hooß, stellt die abgeschlossene Restaurierung des Mosaiks „Markrabe und Wallrabe“ des Lübecker Künstlers Peter Thienhaus (1911-1984) im Jugendzentrum im Lübecker Burgtor vor. Am restaurierten Mosaik wird mit weiteren Bildern aus dem Projekt über die Vorgehensweise und Problemstellungen der Restaurierung informiert.

Anmeldung erforderlich

Zwischen 16 und 17.30 Uhr begrüßt er Interessierte in kleinen Gruppen in der großen Burgstraße 2. Anmeldung unter Telefon 0173/ 6 18 55 15.
Bei allen Veranstaltungen sind die allgemeinen Hygienevorschriften zu beachten und es ist ein Mund-Nase-Schutz zu tragen.

Foto: Maire Müller-Andrae (v. li.), Stephanie Schipper und Roland Hooß geben Einblicke in ihre Arbeit. 

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