Bad Schwartauer Politik unterstützt Umzugspläne der Tafel nicht

Die Ausgabestelle der Tafel soll nach dem Wunsch der Ehrenamtler in das ehemalige Open Hus am Knickrehm umziehen

Die Tafel Bad Schwartau ist auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten, da die Bedingungen für die Lebensmittelausgabe in der Auguststraße nicht erst seit der Corona-Pandemie schlecht sind. Wunschobjekt ist – nach einer gemeinsamen Suche mit der Verwaltung – das ehemalige Open Hus am Knickrehm 2. Doch die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Jugend, Senioren und Sport konnten sich nicht dazu durchringen, mehrheitlich eine entsprechende Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung auszusprechen. Der Antrag wurde mit drei Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt.

Räume seien nicht ideal

Dabei waren die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Bad Schwartauer Tafel und der Vorsitzende des Tafel-Trägers Awo, Wolfgang Dunker, persönlich erschienen, um für den Umzug zu werben. Am Standort Auguststraße werden seit Jahren Lebensmittel deponiert und an einen immer größer werdenden Kundenkreis – es sind zurzeit 750 Personen in 250 Familien in Bad Schwartau sowie den Gemeinden Stockelsdorf und Ratekau – ausgegeben. Die Räume seien weder für die Ehrenamtlichen noch die Kunden ideal, so Dunker. Die Anforderungen hätten sich in den vergangenen Jahren immer weiter erhöht, und die Corona-Pandemie habe die Probleme weiter verschärft. „Die Mitarbeiter arbeiten an der Grenze“, erklärt der Awo-Vorsitzende. „Mit dem Open Hus würden wir einen gewaltigen Schritt nach vorne machen.“ Die Tafel verweist darauf, dass gegenwärtig nur 30 Prozent der Kunden zu Fuß zur Ausgabestelle kommen.

„Der Standort ist überdenkenswürdig“

Alle Fraktionen sind sich zwar einig darin, dass die Bedingungen für die Tafel verbessert werden sollen. Doch Gudrun Berger (Bündnis 90/ Die Grünen) kritisierte, dass das Open Hus das einzige vorgeschlagene Alternativobjekt sei und es fernab vom Schuss liege. „Gibt es nicht einen zentraleren Standort?“, fragte auch Clemens Eisele von der FDP. „Der Standort ist überdenkenswürdig“, sagte auch Uwe Witaszak (CDU). Seine Fraktion bestehe darauf, dass noch weitere Standorte geprüft werden. „Worüber macht sich die Selbstverwaltung hier Gedanken?“, kritisierte Hansjörg Thelen (SPD), dessen Fraktion das Umzugsvorhaben unterstützt. „Es ist richtig, dass eine Umstrukturierung bei der Tafel stattfindet.“ Es sei aber nicht Aufgabe der Politik, in die Abläufe bei der Tafel hineinzureden.

Der Gebäudeteil in der Liegenschaft Knickrehm 2 verfügt über eine Nutzfläche von 158 Quadratmetern, die laut Vorlage der Stadt der Awo zur Verfügung gestellt werden sollen. Die ehemaligen Veranstaltungsräume werden von einer angrenzenden Wohnung getrennt. Die Räume sollen für 65?000 Euro renoviert werden. ES

Um diese Immobilie am Knickrehm 2 geht es. Dort war früher das Open Hus untergebracht. Foto: Elke Spieck

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