Werke von Johann Ludwig Lund im Behnhaus Drägerhaus Lübeck

Mehr als ein Historienmaler

„Nachbarn im Norden“ lautet das diesjährige Motto der Lübecker Museen; gleichzeitig wird 2020 auch das deutsch-dänische Freundschaftsjahr begangen. Daher lag es für das Museum Behnhaus Drägerhaus nahe, sich einem heute völlig zu Unrecht in Vergessenheit geratenen deutsch-dänischen Maler zu widmen: Johann Ludwig Lund. Bis zum 10.?Januar präsentiert die Sonderausstellung „Das andere Goldene Zeitalter. Johann Ludwig Lund und der deutsch-dänische Künstlerkreis“ Lunds Werk erstmals in größerem Umfang.

Der Ausstellung liegt ein vom dänischen Kulturministerium gefördertes Forschungsprojekt zugrunde. Sie wurde von der Sammlung Hirschsprung und dem Ribe Kunstmuseum aus deren Bestand konzipiert; des Weiteren sind Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen in Dänemark, Norwegen und Deutschland zu sehen.

Berühmter dänischer Künstler mit berühmten Freundschaften

Johann Ludwig Gebhard Lund (1777-1867) war in erster Linie Historienmaler und zählte zu den wenigen dänischen Künstlern, die öffentliche Aufträge erhielten. So schuf er großformatige Historienbilder für öffentliche Bauten sowie Altarbilder für Kirchen im ganzen Land. Zudem war er auch immer wieder als Porträt- und Landschaftsmaler tätig. Er konnte sich auf ein internationales Netzwerk stützen, zu dem unter anderem Friedrich Overbeck, Peter Cornelius, die Schriftstellerin Friederike Brun, Caroline von Humboldt und Charlotte Schiller zählten; auch pflegte er Freundschaften zu namhaften Künstlern jener Zeit wie beispielsweise mit Caspar David Friedrich.

1818 wurde er als Professor an die Königliche Kunstakademie in Kopenhagen berufen, wo er lange Jahre lehrte und zusammen mit Christoffer Wilhelm Eckersberg die dänische Malergeneration ausbildete, deren Werke jene Ära prägten, die heute als das dänische „Goldene Zeitalter“ bekannt ist. Damit spielte Lund in den europäischen Künstlerkreisen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Zu seinen Schülern zählten Johan Thomas Lundbye, Ditlev Blunck und Christian Gottlieb Kratzenstein Stub.

Öffentliche Führungen jeden Sonntag um 11.30 Uhr, Teilnahme: vier Euro zuzüglich Eintritt; Buchung individueller Führungen unter Telefon 0451/122?42?60.

Museumsleiter Alexander Bastek vor Lunds „Harbors Rückkehr aus der Schlacht“ (1813) und einem Selbstporträt des Künstlers von 1827. Foto: Lutz Roeßler

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