Ein ganz normaler Sommer für die Strandwache Travemünde

Das Einsatzgeschehen in dieser besonderen Wachsaison wurde trotz Corona gut gemeistert

Bis auf einen Großeinsatz verlief die Strandwache im „Corona-Sommer“ ohne besondere Vorkommnisse. Die Suchaktion wurde ausgelöst, weil ein untergegangener Schwimmer in der Ostsee vermutet wurde. Mehrere Boote und ein Rettungshubschrauber mit Wärmebildkamera waren dabei im Einsatz. Und: Es gab keinen Badetoten, lediglich einen Badeunfall.

„Priwall-RTW“ macht schnelle Einsätze möglich

Die Zahl der Einsätze insgesamt beläuft sich auf 84, im Vergleich zu 2019 sind das 31 mehr. Darunter fielen 16 Schnitt- und Schürfwunden, elf Wespenstiche, drei Kreislaufzusammenbrüche, vier Schädel-Hirn-Traumata und ein gebrochenes Handgelenk. Vier Bootseinsätze gab es, um Seglern zu helfen, ihre Boote wieder aufzurichten. Achtmal halfen die Wachgänger Kinder und Eltern wieder zusammenzubringen, und sechsmal wurde ein verletzter Badegast an den Rettungsdienst übergeben. Das war in diesem Jahr besonders schnell möglich, da in dieser Saison von Juli bis September wieder ein „Priwall-RTW“ direkt in Strandnähe stationiert ist.

Corona hat die Situation an den Stränden verändert

Dennoch war es ein besonderer Sommer, geprägt von Vorsicht, Abstand und Hygieneregeln und somit auch von höherem personellen und materiellen Aufwand. „Die Corona-Pandemie hat auch uns vor neue Herausforderungen gestellt, die aber alle Helfer gut gemeistert haben“, erklärt Marie-Sophie Kowalski, Leiterin der DRK-Wasserwacht.
Bei allen Kontakten mit Verletzten trugen die Rettungsschwimmer eine Mund-Nasen-Bedeckung und – je nach Art des Einsatzes – zusätzliche Schutzausrüstung.

Kleine Verletzungen wurden direkt am Strand unter freiem Himmel versorgt. Ganz oben stand immer (wenn der Zustand des Patienten es zuließ) die Gefährdungsbeurteilung mit der Abfrage nach coronatypischen Symptomen. Das Betreten der Sanitätsstation war nur mit Maske erlaubt. Die Notfallrucksäcke enthielten Hygienesets mit Schutzbrille, Schutzkittel und FFP-2-Maske.

Auch die Wachmannschaft musste Abstand halten und konnte dies dank der neuen Unterkunft auch tun. So übernachteten die auswärtigen Ehrenamtlichen nicht nur im alten Holzturm, sondern in den ersten fertigen Zimmern im „Haus der Wasserwacht“ am Dünenweg.

2020: Ehrenamt statt Verreisen

Etwas Gutes hatte dieser Sommer: Es gab nicht nur mehr Touristen und damit auch mehr Badegäste, es gab auch mehr freiwillige Helfer. „Wir hatten großen Zulauf an Ehrenamtlichen aus Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen“, berichtet Marie-Sophie Kowalski. Wer nicht verreisen konnte, kam gern an die Ostsee und unterstützte die Wasserwacht. Manchmal auch mehrmals in der Saison. „Dafür sagen wir, wie jedes Jahr, von ganzem Herzen Danke.“

Im Einsatz nur mit Maske: Die Rettungsschwimmer und Sanitäter mussten diesen Sommer unter neuen Bedingungen Wachdienst leisten. Foto: DRK Wasserwacht

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