30 Jahre deutsch-deutsche Wiedervereinigung: Ausstellung in St. Jakobi

„Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel” zeigt den Alltag in der neugewonnenen deutschen Einheit 1990

Vom 26. September bis Mitte November zeigt der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt/Lübeck in Kooperation mit der St. Jakobi Gemeinde anlässlich des 30. Jahrestages der deutsch-deutschen Wiedervereinigung die Ausstellung „Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel”  in der St. Jakobi Kirche.

Die Schau widmet sich dem Alltag der deutschen Einheit seit 1990. Im Zentrum stehen dabei die Umbruchserfahrungen der Ostdeutschen. Deren Lebenswelten hatten sich mit der Wiedervereinigung vor 30 Jahren, am 3. Oktober 1990 grundlegend verändert. Autor der Ausstellung ist der Historiker und Publizist Stefan Wolle. Herausgeber sind die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer.

Ausstellung zeigt innerdeutsche Solidarität und Hilfsbereitschaft

Die Ausstellung thematisiert mit Bildern und Texten die Erwartungen und das Vertrauen, das die Ostdeutschen mit der Wiedervereinigung verbunden hatten. Sie ruft die innerdeutsche Solidarität und Hilfsbereitschaft in Erinnerung, die die Anfangszeit prägten. Die Schau erzählt von den Neuanfängen und Aufbrüchen, wie auch vom Willen, die SED-Diktatur aufzuarbeiten. Sie dokumentiert die Verzweiflung, die mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch und dem Anstieg der Arbeitslosigkeit einherging und die Verlusterfahrungen und Ängste, die die 1990er Jahre in Ostdeutschland prägten.

Themen sind die Gleichzeitigkeit von Sanierung und Rückbau der ostdeutschen Städte, die Situation der Frauen und Familien, eine Jugendkultur zwischen Techno, Punk und Rechtsradikalismus. Themen sind Ressentiments, bis hin zu politischer Gewalt, aber auch die Frage nach Identitätsstiftern, das Miteinander mit den östlichen Nachbarn, der Aufbau Ost und seine Ergebnisse wie auch die neuen gesellschaftlichen Spaltungen, die in den letzten Jahren zu verzeichnen waren.

Multimediale Ausstellung in Kooperation mit dem Norddeutschen Runffunk

QR-Codes verlinken zu Zeitzeugenvideos, die der Ausstellung eine zusätzliche multimediale Dimension verleihen. Die Herausgeber kooperieren dabei mit dem Norddeutschen Rundfunk, der aus Anlass von 30 Jahren Friedlicher Revolution das multimediale Storytelling-Projekt „Mauerfall: Neu geboren 1989“ realisiert hat.

Am Sonnabend, 26.September um 17 Uhr wird zum zur Orgelvesper mit Prof. Arvid Gast an der Großen Orgel geladen. Im Anschluss um ca. 17.30 Uhr wird der Autor der Ausstellung, Historiker und Publizist Dr. Stefan Wolle  in die Ausstellung „Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel“ einführen.

Foto: VA

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