Die Freiwillige Feuerwehr Bad Schwartau und die Corona-Folgen

Die SPD-Landtagsabgeordnete Sandra Redmann wollte in Bad Schwartau wissen, wie die Ehrenamtler auf die Pandemie reagiert haben

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise in der Region? Die Bad Schwartauer SPD-Landtagsabgeordnete Sandra Redmann geht dieser Frage zurzeit in ihrem Wahlkreis nach, indem sie beispielsweise Vereine und Verbände besucht oder wie am vergangenen Donnerstag die Feuerwehren der Stadt Bad Schwartau.

„Wie ist es Ihnen mit Corona ergangen?“, wollte Sandra Redmann wissen. Diese Frage habe den Feuerwehrleuten in den beiden Bad Schwartauer Ortswehren bisher noch niemand gestellt, sagte Gemeindewehrführer Lars Wellmann. Sie mussten deshalb nicht lange überlegen, als Sandra Redmann fragte, ob es Gesprächsbedarf gibt. Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren Bad Schwartau-Rensefeld und Groß Parin mit ihren Jugendfeuerwehren und der Brassband der Feuerwehren Bad Schwartau sowie der Kinderfeuerwehr fanden sich zum Gespräch im Feuerwehrhaus Fünfhausen ein.

Den Bad Schwartauer Wehren ging es wie allen Freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein

Sie konnten mehrere Monate nicht mehr ausbilden und üben. „Es war und ist ein Spagat“, beschreibt Lars Wellmann die Herausforderung, den Corona-Verordnungen gerecht zu werden. „Viele Regelungen waren so nicht umsetzbar“, sagt Wellmann, und so blieb und bleibt für ihn und seine Kollegen ein Ansteckungsrisiko bei jedem Einsatz.

Als der Lockdown begann, sei es plötzlich ganz ruhig geworden, so Wellmann. Doch ihm und seinen Kameradinnen und Kameraden wurde schnell klar, dass die Corona-Krise nicht in vier Wochen vorbei ist. Um einsatzbereit zu bleiben, mussten die Dienstpläne so gestaltet werden, dass ein Ansteckungsrisiko so weit wie möglich minimiert wird. Die komplette Desinfektion der Feuerwehrfahrzeuge nach jeder Fahrt gehört nun zum neuen Alltag. Doch was vor allem fehlte, waren die persönlichen und oft freundschaftlichen Kontakte der Mitglieder untereinander, so der Gemeindewehrführer.

Langsam kehrt nun wieder mehr Normalität ein

Die Jugendfeuerwehren – elf Mitglieder sind es in Groß Parin und 25 in Bad Schwartau-Rensefeld – können nun außerhalb des Feuerwehrhauses wieder jugendpflegerische Maßnahmen anbieten.  Michael Stein kümmert sich um den ganz jungen Nachwuchs in der erst im Februar 2018 gegründeten Kinderfeuerwehr, die sich an Sechs- bis Zehnjährige richtet. Angst, dass die Kinder durch die lange Zwangspause das Interesse an der Kinderfeuerwehr verlieren, hatte er nie. „Die Kinder sind so Feuer und Flamme für die Feuerwehr, dass ich mir da keine Sorgen gemacht habe“, erzählt er.

Sorge hat er eher, ob auch alle Betreuer wieder dabei sein werden, wenn sich die Jungen und Mädchen wieder 14-tägig treffen können. Doch die Corona-Krise hat auch kreativ gemacht. Die Brassband hat ein Video auf Youtube veröffentlicht: Die Musiker spielen allein zuhause und durch die technischen Möglichkeiten doch miteinander ein und dasselbe Stück.

„Ich bin total beeindruckt, wie die Feuerwehr die Situation gemeistert hat“, resümiert Sandra Redmann, die ihre Eindrücke mit in die Fraktion in Kiel nimmt. Von den Verantwortlichen in der Stadt hofft sie, dass sie bei ihren Entscheidungen stets berücksichtigen, was die Ehrenamtlichen leisten.

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