Tag des offenen Denkmals im Hansemuseum

Am Sonntag gibt es mehrere Aktionen zur Geschichte des Burgklosters

Am Sonntag, 13. September, ist Tag des offenen Denkmals. Unter dem Motto „Erinnern – Erhalten – Neu Denken“ ruft die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zu einer Auseinandersetzung mit gebautem Kulturerbe auf. In diesem Jahr findet der Denkmaltag größtenteils digital statt. Auch das Europäische Hansemuseum beteiligt sich mit Aktionen rund um die seit 2015 zum Museum gehörenden Baudenkmäler Burgkloster und Gericht – virtuell und live vor Ort.

Das Maria-Magdalenen-Kloster, heute bekannt als Burgkloster, ist eine der bedeutendsten Klosteranlagen Norddeutschlands. Die im Laufe von Jahrhunderten gewachsene Geschichte des Klosterhügels ist eng mit der Entwicklung der Stadt und der Hanse verbunden. Am Tag des offenen Denkmals ist das Baudenkmal für Besucher von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Der Förderverein Europäisches Hansemuseum und Burgkloster zu Lübeck bietet um 11, 13 und 15 Uhr kostenfreie Führungen durch das Baudenkmal an. Eine Anmeldung unter invitation@hansemuseum.eu oder Telefon 0451/ 8?09?09?90 bis zum 11.?September ist unbedingt erforderlich.
Die Geschichte des Burgklosters ist immer auch die Geschichte des Ortes, an dem es steht.

Neue Installationen im Hansemuseum

Passend dazu wird ab dem 13. September die Ausstellung „Geschichte des Burghügels“ auf der Sonderausstellungsfläche im Burgkloster zu sehen sein. Die Schau, die künftig immer dann präsentiert wird, wenn keine Sonderausstellung zu sehen ist, zeigt die Entwicklung des Ortes von den frühsten Besiedlungsspuren aus der slawischen Zeit, über das Erbauen des Klosters bis hin zur Nutzung als Gericht und Gefängnis und schließlich als Museum.

Bei einem Architekturrundgang kann der Lübecker Burghügel individuell entdeckt werden: Vor Ort, mit Hilfe von QR-Punkten oder virtuell als „Storymap“ von zuhause aus. Ergänzt wird der Rundgang durch neuproduzierte 3D-Ansichten der 1818 abgerissenen Maria-Magdalenen-Kirche, die online veröffentlicht werden. Vor Ort geben Foto-Prints an der Kirchenmauer den Besuchern ei-nen Eindruck der einstigen Kirche.

Die Sakristei im Burgkloster mit aufwendigem Schmuckfußboden und beeindruckenden Wandmalereien darf aus konservatorischen Gründen leider nicht betreten werden. Zum Denkmaltag veröffentlicht das Europäische Hansemuseum einen 360-Grad Rundgang, der den Gästen ermöglicht, die Sakristei virtuell zu erkunden.

Das Burgkloster ist auch Erinnerungsort

Während der NS-Zeit wurden Regimegegner hier inhaftiert und verurteilt. Zwei Zellen und ein Schöffengerichtsaal zeugen heute noch davon. In Kooperation mit der Michael-Haukohl-Stiftung stellen Schüler des Trave-Gymnasiums im Rahmen des Unterrichtsbausteins „Widerstand und Verfolgung“ einen historischen Gerichtsprozess aus dem Jahr 1936 gegen politische Gefangene am authentischen Schauplatz im Schöffengerichtssaal nach. Auf der Website des EHM kann der Prozess um 16 Uhr live mitverfolgt werden.

Mehr unter www.hansemuseum.eu/programm/tag-des-offenen-denkmals/

Ein Blick in die Sakristei. Foto: EHM/ Stefan Dendorfer

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