Naturgarten-Oase an der Wakenitz

Es zwitschert und summt im Naturgarten an der Wakenitz

Vögel und Insekten fühlen sich wohl bei Helmut Kaup. Durch das Jahr zwitschert und summt es in seiner Gartenparzelle an der Wakenitz. Der pensionierte Leiter der Landschaftspflegebehörde beim Kreisumweltamt Stormarn ist reger Naturfreund und -schützer. Seit 17 Jahren gärtnert er in seiner Grünoase wie auf dem kleinen Grundstück seines Altstadtganghauses. Daneben ist er aktiv beim Projekt Essbare Stadt Lübeck, Hanseobst, sowie bei der Wildblumeninitiative Lübeck und lädt zu Führungen in seine Gartenparzelle oder auf die Wildblumenwiese am Museum für Natur und Umwelt ein.

Bei Gartenrundgängen ist zu erfahren, was für die Ökologie im eigenen Garten von Bedeutung ist. Nach und nach hat der Landschaftsgärtner und -planer seinen Schrebergarten in einen Naturgarten umgewandelt. „Als ich die Parzelle übernahm, gab es Wege und Terrassenflächen aus Betonplatten, die gebrochen für niedrige Trockenmauern im Garten verwendet wurden“, erinnert sich Kaup. Kleinere Gehwegplatten mit Grünwuchs dazwischen sind heute als Weg durch den Kleingarten zu sehen. Zunächst pflanzte er einen Knick, in dem Schlehen, Hartriegel, Hundsrose und Haselnuss wachsen und im Frühjahr gelbe und weiße Buschwindröschen blühen.

Alte Obstbaumsorten gibt es auch

Landsberger Renette neben Klarapfel, Holsteiner Cox, Zitronenapfel und Spindelbüschen. „Mein Prachtexemplar“, zeigt Kaup auf einen Süßkirschenbaum, den er völlig ertraglos vom Vorgänger übernahm. „Ich habe ihn erst einmal ausgelichtet und ordentlich gedüngt. Seitdem trägt er so viele Kirschen, da ernten auch die Nachbarn gerne mit.“ Um alle Baumstämme legt Kaup Grasschnitt und kleine Äste, keine Erdfläche liegt frei oder ungenutzt. Mit Hornspäne und Brennnesseljauche gibt es Dünger für einen gesunden Wuchs. Neben Stockrosen wuchern jetzt im Spätsommer die Holunderbeeren und leuchten prall in der Sonne. Mehrere Holzhaufen für Insekten und Vögel sind zu sehen: „Vier Pfosten in die Erde schlagen und dazwischen Zweige und Äste aufeinander legen“, erläutert der begeisterte Ökologe für Nachahmer.

„Ich habe den Naturgarten nicht geplant, es gab kein Konzept“, verrät Helmut Kaup. Er setzte hier und dort an und ließ dem Garten und den Tieren Raum. Bienenfreundliche Stauden und Wildblumen kamen hinzu, auch Gehölze und Obstsorten wurden erweitert. Einige Ziersträucher mussten dafür weichen. „Heimische Insekten benötigen heimische Pflanzen“, weiß Kaup. Auch zwei Vogelhäuschen gibt es: Blaumeisen und Stare wohnen dort. „Auch ein Eichhörnchen fand hier schon eine Herberge“, schmunzelt Kaup.

Erträge aus dem eigenen Naturgarten

Gibt es Salat, verwendet er Kräuter aus seinem Garten: Zitronenmelisse, Pfefferminz, Salbei, Bohnenkraut, Oregano (Liebling der Hummeln), Blütenblätter der Stockrose, vom Johanniskraut und von der Nachtkerze, Taubnessel, Günsel, Giersch und auch Brennnessel. Die Ökologie steht für Kaup im Kleingarten an erster Stelle, da darf die „Ordnung“ schon mal an zweiter Stelle stehen: Die Nachbarn lädt er dazu ein, den Sandstreifen vor ihren Parzellen mit Wildblumen zu begrünen. Über all die Jahre ist ein freundschaftliches Verhältnis entstanden. Nur selten liegt Kaup auf seiner Gartenliege. Es ist immer etwas zu tun, um im grünen Lebensraum zu werkeln.

Ökologe und Beobachter: Helmut Kaup hat Flora und Fauna im Blick. Fotos: mpa

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