„Maske 19“ – bundesweite Hilfsaktion gegen häusliche Gewalt in Lübeck

„Maske 19“ für Frauen in Not

Durch die Corona-bedingte Isolation von Familien häufen sich gewalttätige Übergriffe auf Frauen und Kinder. „Wir hatten gerade in den letzten zwei Wochen vermehrte Anfragen von Frauen“, bestätigt Anke Kock vom Autonomen Frauenhaus Lübeck. Hätten sich die Betroffenen in den ersten Wochen der massiven Einschränkungen und Verunsicherungen zunächst nicht hinaus getraut, so steigen die Anfragen der von Gewalt bedrohten Frauen mit und ohne Kinder wieder an.

Codewort um diskret um Hilfe zu bitten

Mit der Aktion „Maske 19“ sollen die von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen jederzeit in Arztpraxen und Apotheken dezent um Hilfe in Not bitten. Indem sie dieses Codewort nennen, erfahren sie Hilfe ohne sich lange erklären zu müssen. „Das einfache Codewort soll genügen, damit die Polizei direkt verständigt wird.

In einem sensiblen Gespräch mit ausgebildeten Beamten gilt es, Hilfestellung zu geben und die Frauen an den Frauennotruf oder das Autonome Frauenhaus in der Hansestadt zu begleiten“, erläutert Birgit Stamer vom Zonta Club Lübeck. In Frankreich und Spanien gäbe es die Aktion seit kurzem; die Zonta Union initiiert das Hilfsangebot nun ebenfalls in Deutschland. Neben Ärzte- und Apothekenkammer ist die Polizeidirektion Lübeck über das Hilfsangebot informiert und auf Anrufe vorbereitet.

In Corona-Zeiten steigt der Bedarf für Hilfe bei häuslicher Gewalt an

„Maske 19 ist in Zeiten von Corona eine wichtige Sache und ein weiteres Hilfsinstrument in der Stadt, um Frauen in Not zu helfen“, sagt die Präsidentin des Zonta Clubs Lübeck. Derzeit sprechen Zonta-Mitglieder Apotheker und Ärzte in Lübeck an und informieren sie. So wie bei der Kieferorthopädin Dr. Petra Böhmer, die mit ihrem Praxisteam auf die Aktion „Maske 19“ gut vorbereitet ist.

„Wir freuen uns sehr über die Initiative und das Engagement von Zonta in Lübeck“, sagt Anke Kock vom Autonomen Frauenhaus. Derzeit wohnen dort 38 Frauen, die von häuslicher Gewalt bedroht sind. Im Hochparterre wohnen Frauen, die zweimal getestet werden und zwei Wochen dort bleiben, bevor sie weiter im Haus verteilt werden können. Selbst wenn im Frauenhaus kein Platz sein sollte, werde in harten Fällen immer eine Möglichkeit für einen Platz erst einmal zur Überbrückung gefunden. Ob zunächst auf dem Sofa im „Wohnzimmer“ des Frauenhauses, bei einer Freundin der Betroffenen oder in einem anderen Frauenhaus in Schleswig-Holstein.

Mehr über „Maske 19“ unter www.zonta-luebeck.de und bei Birigt Stamer, Telefon 0451/ 58?23?05?12.

Hilfe für Frauen in Not: Birgit Stamer (links) und Dr. Petra Böhmer mit dem Plakat zur bundesweiten Aktion „Maske 19“.  Foto: mpa

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