Kunst für den Geschichtserlebnisraum Roter Hahn

Holzbildhauerschüler aus Flensburg haben dort im Rahmen eines Ausbildungsprojektes Skulpturen gefertigt

Der Geschichtserlebnisraum Roter Hahn hatte in den vergangenen beiden Wochen Besuch: Die Berufsfachschüler für Holzbildhauerei aus Flensburg haben dort ihr Außenprojekt absolviert, das eigentlich schon zum Ende des zweiten Lehrjahres stattfinden sollte. Wegen Corona wurde dies nun zu Beginn des dritten Lehrjahres nachgeholt.
Holzbildhauer aus Flensburg, das klingt zunächst ungewöhnlich.

Eigentlich ist doch die Holzbildhauerei eher im Alpenraum angesiedelt. Tatsächlich ist diese Schule auch die einzige im norddeutschen Raum, existiert aber schon seit 130 Jahren, wie Lehrer Heinrich Oettinger erklärt. „Unsere Schule stammt aus der Zeit der Kunstgewerbeschulen.“

Schon erste Besuche sind ein Erfolg

Erste Kontakte für das Außenprojekt gab es bereits im Frühjahr 2019, im Dezember waren Vertreter des Geschichtserlebnisraums zu Besuch in der Berufsfachschule Holzbildhauerei. „Da ging es im Wesentlichen darum, sich kennenzulernen und die Bedarfe abzuklären“, erzählt Oettinger. Der Gegenbesuch fand dann Ende Februar statt. „Das hat uns gleich super gefallen“, erzählt Charlotte Haerder, eine der insgesamt zwölf Schüler aus der Klasse, darunter acht Frauen.

Jeder Schüler hat zwei Entwürfe aus Gips gefertigt, von denen dann einer realisiert werden sollte. Das Material wurde bestellt – und dann kam Corona. Im Sommer gab es schließlich das Okay vom Ministerium, dass nach den Sommerferien das geplante Außenprojekt beginnen kann. „Wir sind sehr froh, das hier machen zu können“, so Oettinger.

Seit Mitte August erklang nun im weiteren Umfeld des Geschichtserlebnisraums das Singen der Motorsägen, mit denen zunächst die Grundformen aus den Eichenstämmen herausgeschält wurden. Anschließend ging es an die Feinarbeiten. Einige der Schüler schlafen auch in den Gebäuden des Geschichtserlebnisraums. „Das ist alles super spannend mit den vielen Tieren in der Umgebung und ist fast wie eine Klassenfahrt“, schwärmt Charlotte Haerder. „Wir passen mit unserem Handwerk gut hierher und für uns alle geht hier ein Traum in Erfüllung.“

Die jungen Holzbildhauer sind begeistert

Lina Milse, die gerade an einem Wildschwein arbeitet, erklärt: „Das ist eine super Atmosphäre hier. Wir sind sehr willkommen und bekommen viele schöne Rückmeldungen von allen.“ Auch Julian Nogli ist begeistert. „Das macht alles sehr viel Spaß du ist auch interessant, mehrere Tage an einem Projekt zu arbeiten, und eine gute Erfahrung das Zeitmanagement einzuhalten.“ Er arbeitet das erste Mal mit seinem Ritter an einer so großformatigen Figur.

Tom Kähler, dem nach eigenem Bekunden das Großformatige nicht so liegt, arbeitet an einem slawischen Krieger. Zusammen mit dem Ritter soll er die Zeitepochen des Platzes charakterisieren und am Eingang zum Geschichtserlebnisraum als Wächter postiert werden. „Das wird noch mal spannend zu sehen, wo unsere Skulpturen dann später stehen“, sagt Charlotte Haerder. Bei einigen steht es schon fest, bei anderen noch nicht.

Frank Thomas vom Geschichtserlebnisraum ist begeistert von der Arbeit der Schüler. „Ich freue mich unglaublich darüber, dass wieder junge Leute in ihrer Ausbildung hier tätig sind. Solche Skulpturen hätten wir uns nie leisten können, das ist einfach großartig.“

Weithin ist das Geräusch der Kettensägen zu hören, mit denen die Schüler der Berufsfachschule für Holzbildhauerei aus Flensburg ihre Skulpturen aus dem Eichenholz formen. Fotos: Anja Hötzsch

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