Vorträge in der Landesbibliothek Eutin: Ostholstein historisch betrachtet

Die Eutiner Landesbibliothek setzt ihre regionalgeschichtliche Vortragsreihe zum 50-jährigen Kreisjubiläum fort. Nacheinander geht es immer mittwochs jeweils um 19.30 Uhr um Literatur, Tourismus und die Slawen in Ostholstein.

Literatur vom Barock bis in die Gegenwart

„Vom Barock bis in die Gegenwart“ – der Titel ist eigentlich falsch: Von einer Literatur in Ostholstein kann erst die Rede sein, nachdem der Landkreis vor 50 Jahren gegründet wurde. Doch damals gab es schon seit mehr als 800 Jahren Schriftsteller in dieser Mikroregion, die über die Jahrhunderte territorialstaatlich zersplittert war. Dr. Walter zeigt am 12. August anhand einiger herausragender Texte, dass in der Region literaturgeschichtlich über die Jahrhunderte wirklich einiges entstanden ist, das weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus gelesen wurde und Wirkung zeitigte.

Die Anfänge des Tourismus in Ostholstein

Unter dem Titel „Die Anfänge des Tourismus in Ostholstein“ beantwortet Bibliotheksleiter Dr. Frank Baudach am 19. August die Frage, wie es zur starken touristischen Prägung der Region kam. Denn das östliche Holstein gehörte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu den abgelegenen Regionen Deutschlands, in die sich selten Reisende verirrten, heute dagegen ist Ostholstein einer der tourismusintensivsten Kreise Deutschlands.

Region wurde als ästhetische Ideallandschaft wahrgenommen

Der Vortrag behandelt die Anfänge des Tourismus in der Holsteinischen Schweiz und den ostholsteinischen Seebädern, die eng mit der verkehrstechnischen Erschließung der Region im 19. und dem Wandel der Naturwahrnehmung seit dem 18. Jahrhundert verbunden sind. Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes wurden im Kaiserreich zunächst die Holsteinische Schweiz, später dann auch die Ostseebäder für breitere bürgerliche Kreise erreichbare und attraktive Reiseziele. Dass das ostholsteinische Hügelland als ästhetische Ideallandschaft wahrgenommen wurde und das Baden im Meer als gesund und erholsam galt, sind entscheidende, historisch gesehen aber keineswegs selbstverständliche Voraussetzungen dieser touris-tischen Erfolgsgeschichte.

Vortrag wird aufgezeichnet und das Video online gestellt

„Slawen im östlichen Holstein: Geschichte und Archäologie einer verschwundenen Kultur“ lautet der Titel des dann am 26. August folgenden Vortrags. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei, die Teilnehmerzahl aber begrenzt. Frühzeitige Anmeldungen bitte unter Telefon 04521 788770 oder per E-Mail an a.scharrenberg@lb-eutin.de. Eine Aufzeichnung des Vortrags kann sich jedermann zwei Tage nach dem Termin online auf www.lb-eutin.de anschauen.

 

Alte Werbebroschüren für den Fremdenverkehr: Der Vortrag über die Tourismusgeschichte Ostholsteins wird reich bebildert. (Foto: hfr)

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.