Tipps der Verbraucherschützer: Das kommt mir nicht in die Schultüte!

Viele Eltern bereiten sich zurzeit mit ihren Kindern auf den Tag der Einschulung vor. In Schleswig-Holstein ist es ab dem 10. August so weit – und nicht alles wird ablaufen wie gewohnt. Ein Stück Normalität bringt die traditionelle Schultüte. Mit welchem Inhalt sie viel Freude bereitet und worauf verzichtet werden darf, weiß Selvihan Benda von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Allgemeine Hypieneregeln sind einzuhalten

Dieses Jahr finden die Einschulungsfeiern unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Vorgaben für Veranstaltungen statt. Um das Infektionsrisiko zu begrenzen, werden die Schulanfänger in feste Gruppen eingeteilt, zwischen denen der Kontakt möglichst klein sein soll. Unter diesen Bedingungen kann beispielsweise innerhalb der Gruppe auf einen Mund-Nasen-Schutz verzichtet werden – so lautet es im Rahmenkonzept für das Schuljahr 2020/21. Für größer Kinder ab Klasse 7 gibt das Land übrigens die dringende Empfehlung, in den ersten beiden Schulwochen in der Schule eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Es ist wichtig, weiterhin die allgemeinen Hygieneregeln einzuhalten, um sich und andere zu schützen.

Bunter Begleiter am ersten Schultag

Was natürlich bleibt, ist die Freude auf die Schultüte. Kleine Aufmerksamkeiten wie zum Beispiel ein Rätselheft, Stempel und Stifte, eine schöne Trinkflasche oder ein Glücksbringer machen sie für die Abc-Schützen zu etwas ganz Besonderem. Wer dabei auf nachhaltige Produkte setzt, kann sich etwa am Umweltzeichen „Blauer Engel“ orientieren. „Selbstgemachtes wie Vollkornwaffeln oder Nussecken begeistern die meisten Naschkatzen und -kater. Gekaufte Süßigkeiten oder verpackte Schokobrötchen enthalten im Vergleich meist viel mehr Zucker oder Fett. Dabei ist eine ausgewogene Ernährung besonders in der Schule wichtig“, betont Benda.

Nahrungsergänzungsmittel für Kinder: überflüssig und teuer

Gut gemeint, aber überflüssig und teuer sind Nahrungsergänzungsmittel für Kinder. Entgegen dem Eindruck, sie fördern die Konzentration und stärken Abwehrkräfte, können sie sogar schädlich sein, warnen die Verbraucherschützer. Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt, dass diese unnötigen Produkte deutlich mehr Vitamine und Mineralstoffe enthalten können als die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ für vier- bis siebenjährige Kinder empfiehlt.

Die Brotdose kreativ und lecker füllen

Kreativ und bunt kann dagegen die Brotdose gefüllt werden. Ein belegtes Vollkornbrot mit Gemüsesticks, wechselnden Obstsorten und Nüssen ist ein gesunder Pausensnack, der lange satt macht. „Wichtig für die Gesundheit und Konzentration ist natürlich auch das Trinken. Am besten geeignet sind Leitungswasser und ungesüßter Tee oder selbst gemachte Schorlen. Säfte im kleinen Tetrapack oder sogenannte Quetschies verursachen unnötig Müll und enthalten viel Zucker. Dieser wird in Verbindung gebracht mit der Entwicklung von Übergewicht, Diabetes und Karies“, erläutert Selvihan Benda.

Keine Produktwerbung im Klassenzimmer

Auch Produkt- oder Markenwerbung darf laut Verbraucherzentrale keinen Platz im Bildungsbereich haben. Hersteller von Süßigkeiten, Fruchtjoghurts und anderen zuckerhaltigen Produkten bieten kostenfreie Stundenpläne inklusive Logo, Slogan und Werbefiguren zum Ausdrucken an. „Gratis zum Ausdrucken bedeutet aber auch: Gratis Werbung für die Marke – und das täglich im Blick der Schulkinder. So schafft es die Werbung auf Umwegen in die Klassenzimmer. Als Verbraucherzentrale setzen wir uns für bundesweit wirksame Werbeverbote an Schulen ein“, so Selvihan Benda. Weitere Infos gibt’s online auf www.verbraucherzentrale.sh

 

Der sechsjährige Abc-Schütze Felix aus Malente hat das Giraffenkarussellen auf dem Schulhof der Grundschule Sieversdorf geentert. Was in seiner Astronauten-Schultüte sicher nicht zu finden sein wird, ist ein Handy, sagt Mutter Ailien Schulze-Entrup. (Foto: Graap)

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