Schützenkönig für zwei Jahre: Norbert Riege bleibt bis 2021 Eutiner Majestät

Die Corona-Pandemie hat vielerorts das Vereinsleben lahmgelegt. Besonders betroffen ist auch die Eutiner Schützengilde von 1668. Denn das Herzstück der ältesten Vereinigung der Stadt ist das gesellige Miteinander getreu dem Motto „Seid fröhlich!“. Kommende Woche hätte eigentlich das Gildefest gefeiert werden sollen – man musste es absagen. Die Amtszeit von Schützenkönig Norbert Riege wurde kurzerhand um ein Jahr verlängert.

„Als Veranstalter haben wir Verantwortung für das Wohl unserer Gäste“

„So etwas hat nur selten gegeben. Zuletzt ist das Bürgervogelschießen den beiden Weltkriegen zum Opfer gefallen“, sagt der Wortführende Gildevorsteher Heiko Godow. Da die Landesverordnung zur Bekämpfung des Coronavirus ausdrücklich auch das Abhalten von Schützenfesten verbietet, sei die Entscheidung des Vorstandes Ende April nur die logische Konsequenz gewesen. „Wir haben frühzeitig den Gastronomen und der Kapelle abgesagt. Und letztendlich haben wir als Veranstalter auch Verantwortung für das Wohl unserer Gäste. Da ein Gutteil unserer Mitglieder rein altersbedingt zur Hochrisikogruppe gehört, war auch keine andere Entscheidung zu treffen“, so Godow. Zuletzt kamen die Gildebrüder und -schwestern im Februar zum Winterschießen zusammen. Danach wurden die Aktivitäten eingestellt.

Der Schützenkönig vermisst die Besuche bei anderen Gilden

Auch zu runden Jubiläen ist das obligatorische Treffen unter Schützenbrüdern nicht mehr möglich. „Zum Glück konnten wir auch Anfang des Jahres noch den Königsball feiern – als einzige Gilde in der Region“, berichtet Majestät Norbert Riege, der auch vermisst, nicht als Ehrengast bei den Festivitäten der befreundeten Schützengilden dabei sein zu können. Und das Eutiner Schützenfest als traditioneller Höhepunkt des Gildejahres sollte für den 63-jährigen Versicherungskaufmann eigentlich zum krönenden Abschluss der Regentschaft werden. Damit ihm dieses Highlight nicht verwehrt bleibt, bleibt Riege einfach ein Jahr länger Große Majestät der Eutiner Gilde.

Alles Verpasste soll im nächsten Jahr nachgeholt werden

„Alles Verpasste wird nachgeholt. Im nächsten nehmen wir den Faden wieder dort auf, wo wir gestoppt haben. Wir werden positiv gestimmt ins neue Jahr gehen“, zeigt sich Godow zuversichtlich. Als „netten Nebeneffekt“ der Krise bezeichnet Riege den Umstand, dass die aktiven Mitglieder jetzt zumindest alle Zeit haben, den Vereinsplatz auf dem Vogelberg auf Vordermann zu bringen. „Wir haben ja sonst nichts zu tun!“. vg

 

Vorsteher Heiko Godow (links) und König Norbert Riege packen jetzt bei der Pflasterung des Vereinsgeländes mit an. (Foto: Graap)

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