Beltquerung: Hilferuf in Richtung Bundestag

Flyer-Initiative fordert Schutz vor den Folgen der Schienenhinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung

Es ist ein Hilferuf aus Bad Schwartau kurz vor einer wichtigen Sitzung des Deutschen Bundestages: Unter dem Motto „Ihre Stimme rettet unsere Stadt“ haben Bürger und Bürgerinitiativen mit Unterstützung von Gewerbetreibenden einen Flyer entworfen, in dem die Abgeordneten des Bundestages aufgefordert werden, die Stadt vor den Folgen der Schienenhinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung zu schützen. Darin wird dargelegt, warum aus Sicht der Initiatoren um Martina Eschke – zu denen unter anderem auch die Bad Schwartauer Kreuzritter und der Verein Vesuw gehören – die Planung der Deutschen Bahn mit sechs Meter hohen Lärmschutzwänden entlang der Schienen gestoppt und stattdessen ein sieben Meter tiefer Trog als übergesetzlicher Lärmschutz in der Ortsdurchfahrt gebaut werden sollte.

Die Bahn müsse sich dem Wertewandel in der Gesellschaft stellen und könne nicht im 21. Jahrhundert immer mehr Züge mitten durch einen Ort fahren lassen, kritisierte beispielsweise Dr. Günter Semmerow bei einem Treffen der Initiatoren im Bad Schwartau Kurpark. Er verwies auf die Gesundheitsgefahren für die Bad Schwartauer und die noch vielen ungelösten Schutzfälle entlang der Bahntrasse.

Neben den Adressaten in Bundestag und Landtag erhalten auch alle Bad Schwartauer Haushalte das Faltblatt, und es liegt an verschiednen Stellen aus. 14 000 Exemplare wurden dafür gedruckt. Andreas Marks (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, bedankte sich für die Aktion und dafür, „dass die Bad Schwartauer Bürger die Initiative ergriffen haben“. Auch Rudolf Meisterjahn unterstützte im Namen des Umweltbeirates noch einmal die Forderung nach einer Troglösung als einzig mögliche Lösung für die Stadt. Bürgervorsteherin Wiebke Zweig (CDU) bedankte sich im Namen der Stadtvertretung bei den Initiatoren. „Die Aktion zeigt den Zusammenhalt in der Stadt.“

In Bad Schwartau schaut man nun gespannt auf die Sitzung des Deutschen Bundestages am morgigen Donnerstag. Der Bericht der Bundesregierung „über das Ergebnis der Vorplanung und der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung zur Ausbaustrecke/Neubaustrecke Hamburg – Lübeck – Puttgarden “ wird dort um 15.15 Uhr Gegenstand einer halbstündigen Aussprache sein, die live vom Sender Phoenix übertragen wird. Das Eisenbahnbundesamt warnt diesbezüglich vor erheblichen Mehrkosten, einem geringeren Nutzen-Kosten-Verhältnis und einer längeren Bauzeit von bis zu sieben Jahren. Angesichts dessen könnten die zusätzlichen Forderungen der Region nicht zur Umsetzung empfohlen werden, heißt es. „Die Empfehlung lautet daher, die zuvor beschriebene Vorzugsvariante der DB Netz AG für die weiteren Planungen zu Grunde zu legen.“

Die Initiatoren der Flyer-Initiative trafen sich im Bad Schwartauer Kurpark. Foto: ES

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