Die Süßwasser-Alternative im Land zwischen den Meeren

Urlaub in der Holsteinischen Schweiz ist wie Urlaub in Schweden, Kanada oder auf einer Weltreise – nur direkt um die Ecke. Mit dieser neuen pfiffig-frechen Werbestrategie ist die Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) in die Saison 2020 gestartet. Bei ihrer Entwicklung hatte niemand an Corona gedacht, doch erscheint das frische Marketing nun wie maßgeschneidert für diese Krisenzeit.

Marketing der Holsteinischen Schweiz ist gerade maßgeschneidert

„Wir wollten persönlicher und natürlicher werden in der Ansprache der Kunden und Emotionen in den Vordergrund rücken, das Marketing verjüngen“, erläutert Geschäftsführerin Caroline Backmann. Wenn man als kleiner Fisch im Teich mit großen Tieren konkurrieren wolle, müsse man auch ein bisschen frech sein. Für die Werbung habe man daher mit einem Augenzwinkern Bezüge zu weltbekannten Destinationen hergestellt. Und so wird mit Sprüchen wie „Paddeln wie in Schweden – nur ohne weite Anreise“ für die Region getrommelt. Neben Wasserwandern stehen Radfahren, Wandern und Camping im Fokus des Marketings. Man wolle das Binnenland stärker als „Süßwasser-Alternative im Land zwischen den Meeren“ für die Urlauber sichtbar machen.

„Die Menschen konzentrieren sich auf Urlaub im Inland“

Die Corona-Pandemie sieht TZHS-Verbandsvorsteher Lars Winter als Chance für die Region, er spricht sogar von „rosigen Zeiten“ für die Holsteinische Schweiz. Niemand wisse, in wie weit Urlaub 2020 möglich sein werde. „Die Menschen konzentrieren sich deshalb auf Urlaub im Inland. Das haben wir bereits Pfingsten gesehen, als wir fast überrannt wurden.“ Das lasse hoffen, auch wenn Vermieter und Gastronomie die bisherigen Verluste nicht werden aufholen können. Der zweimonatige Lockdown hat der Region vermutlich einen Verlust von 32 Millionen Euro beschert – das sind 15 Prozent des Gesamtumsatzes.

Stelle für einen Projektkoordinator für Online und Digitales

Auch Caroline Backmann ist überzeugt, dass der Trend zum Urlaub daheim keine Einjahres-Fliege bleibt. „Von dieser Entwicklung werden wir langfristig profitieren.“ Allerdings – auch das hätten die letzten Wochen gezeigt – müsse man verstärkt auf Digitalisierung setzen. Mit Online-Buchungen sei vieles nicht nur für Touristen bequemer, auch die Anbieter könnten Abläufe effektiver handhaben. „Den digitalen Transformationsprozess wollen wir durch die Einstellung eines Projektkoordinators für Online und Digitales fördern. Er wird in die Betriebe gehen und vor Ort beraten und auch Fortbildungen organisieren“, so Backmann.

Tourismuszentrale hofft auf Mitgliedschaft weiterer Kommunen

Das Budget der TZHS ist mit 330?000 Euro übrigens sehr überschaubar. Fehlende Finanzkraft will man mit verstärkter Kooperation mit übergeordneten Tourismusverbänden kompensieren. Aber die TZHS wünscht sich auch weitere Mitglieder – wie Preetz, Ascheberg oder das jüngst ausgetretene Schönwalde. Derzeit gehören der TZHS Malente (93?000 Euro Jahresbeitrag), Plön (67?332 Euro), Eutin (63?791 Euro), Bosau (16?072 Euro), Bösdorf (13?808 Euro), Dersau (7218 Euro) und Grebin (2214 Euro) an. vg

 

Caroline Backmann und Lars Winter freuen sich, dass die neue Marketingstrategie für die Holsteinische Schweiz ankommt und gerade zu Zeiten von Corona ins Schwarze trifft. (Foto: Graap)

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