Lübecker Covid19-Studie: 30 Prozent ohne Antikörper

Das Gesundheitsamt der Hansestadt Lübeck hat eine wissenschaftliche Studie zur Entwicklung der Immunität nach einer COVID-19-Infektion durchgeführt – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen. So ergab die Forschung, dass bei rund 30 Prozent der bereits an Covid19-Erkrankten keine Immunität gegen das Corona-Virus festgestellt werden kann.

110 Corona-Fälle aus Lübeck wurden untersucht

166 laborbestätigte Fälle von Menschen, die an Covid19 erkrankt sind, gab es bislang in Lübeck. 110 davon haben sich die Forscher um Prof. Dr. Werner Solbach, ehemaliger Leiter des Institutes für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Lübeck, nun genauer angesehen. Beziehungsweise deren Serum-Antikörper-Spiegel. Unterstützung erhielten sie dabei von der Lübecker Firma Euroimmun.

Ziel der Studie ist die Untersuchung, ab welchem Zeitpunkt nach Infektion und in welcher Höhe Antikörper-Spiegel nachweisbar sind. Wichtig ist die Frage, wie lange Antikörper in dieser Konzentration nachweisbar bleiben. Nur wenn der Körper eine ausreichende Anzahl von Antikörpern bildet, ist der Mensch vor einer erneuten Erkrankung mit demselben Virus geschützt. Außerdem hat das Lübecker Gesundheitsamt die Ergebnisse der Antikörperbestimmungen und die klinischen Symptome der Patienten verglichen.

Antikörper bei 71 Prozent der Untersuchten

Innerhalb von 50 Tagen nach einer Infektion mit dem Corona-Virus konnten bei 78 der 110 Untersuchten Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Das sind 71 Prozent der Untersuchten. 29 Prozent der Fälle wiesen demnach keine Antikörper gegen das Virus auf. Einen Zusammenhang mit Alter, Geschlecht oder Schwere der Erkrankung konnten die Forscher dabei nicht feststellen.

„Die Untersuchung liefert Real-Life Daten über die Entwicklung von Immunität nach einer durchgemachten COVID-19-Infektion in einer Niedrig-Prävalenz-Region mit eher milden bis moderaten Verläufen“, erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Dipl.-Kfm. Alexander Mischnik, Leiter des Gesundheitsamts der Hansestadt Lübeck die Ergebnisse. „Unsere Daten tragen zu einem besseren Verständnis zur Entwicklung von Antikörperspiegeln bei und lassen eine länger anhaltende Immunität gegen COVID-19 nach der Infektion vermuten. Damit liefert unsere Studie Erkenntnisse über reine Stichprobenuntersuchungen hinaus, wie sie derzeit an vielen Orten durchgeführt werden.“

Nachuntersuchungen im Herbst

Die Forscher vermuten, dass die Zahl der Menschen in Lübeck mit Corona-Antikörpern im unteren einstelligen Bereich liegt. Um herauszufinden, wie lange eine Immunität vorhält, sollchen die Untersuchten im Herbst noch einmal zu einer Nachuntersuchung eingeladen werden. PM/OP

Foto: Pixabay

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