Bald per App an den Strand?

Zu volle Strände an Pfingsten: Wegen des Besucheransturms sperrte Scharbeutz Straßen

Am vergangenen Pfingstwochenende wurde es eng an der Lübecker Bucht. Zu eng für einige Orte: Scharbeutz und Haffkrug sperrten Straßen und appellierten an anreisende Gäste, zu Hause zu bleiben. Die Corona-Abstandsregeln hätten sonst nicht mehr eingehalten werden können. Auch in Travemünde war es einigen zu voll.

„Auf Abstand wurde kaum geachtet“, hat der Travemünder Günter Wosnitza im Ostseebad beobachtet. Hinweise oder Plakate hätten an vielen Stellen gefehlt, so Wosnitza weiter.  Auch in anderen Orten an der Lübecker Bucht nutzen viele die sonnigen Pfingsttage für Tagesausflüge. Der Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer (parteilos) wurde es zu viel: Sie ließ Zufahrtsstraßen sperren und appellierte in den sozialen Medien, auf geplante Ausflüge ans Meer zu verzichten: „Unsere Orte sind voll! Bitte bleiben sie zu Hause!“ Auch in Timmendorfer Strand war es voll, zu Sperrungen kam es aber nicht.

Die Kommunen werteten den Ansturm unterschiedlich

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) informierte sich am Dienstag nach Pfingsten über die Zustände in den Küstenorten. Per Videokonferenz schilderten die Bürgermeister der betroffenen Kommunen ihre Eindrücke. „Die Gemeinden haben den Ansturm der Besucher unterschiedlich gewertet“, sagt Carina Leonhardt, Pressesprecherin des Kreises. Während Scharbeutz die Notbremse gezogen habe, sei es weiter im Norden, zum Beispiel in Heiligenhafen und Neustadt, ruhig geblieben. „Auch dort war es voll, aber nicht zu voll“, so Leonhardt. Ein Eindruck, den aber offenbar alle Gemeinden teilten, sei die zu geringe Polizeipräsenz gewesen, so Leonhardt weiter. Zwar hätten die Gemeinden selbst Ordnungsdienste und zum Teil sogar private Sicherheitsdienste an die Front geschickt, mehr Polizeibeamte seien aber wünschenswert.

Nach Angaben von Landrat Sager würde die Gemeinde Scharbeutz derzeit auch eine App entwickeln, mit der der Besucheransturm der Tagesgäste besser gesteuert werden kann. So sei es denkbar, dass Besucher vor der Anreise Plätze am Strand per App reservieren müssten – quasi wie beim Kinobesuch. Das Programm sei bereits vor Corona angedacht gewesen, so Bürgermeisterin Bettina Schäfer gegenüber den Lübecker Nachrichten. Wann die App einsatzbereit ist und ob auch andere Orte sie einführen wollen, ist noch nicht bekannt.

Eine Drohnenaufnahme aus Timmendorfer Strand zeigt den Besucheransturm an Pfingsten. Foto: Holger Kröger

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