Stadt übergibt Streetmobil an Drogenhilfe

Die Streetworker der Awo-Drogenhilfe haben ein sogenanntes Street-Mobil von der Hansestadt Lübeck bekommen. Mit dem umgebauten VW Multivan wollen die Streetworker künftig Drogentreffs in der Lübecker Innenstadt anfahren, vor Ort beraten und Spritzen tauschen. Später soll der Radius des „StreeMo“ auf die gesamte Hansestadt Lübeck erweitert werden.

Ende 2019 haben die Hansestadt Lübeck und die Polizei den stadtbekannten Drogentreff am Krähenteich aufgelöst. Die Büsche, die den Dealern und Drogengebrauchern Sichtschutz boten, wurden gerodet, die Kontrollen verstärkt. Zuvor hatte es Proteste von Anwohnern gegeben. Der große Hotspot wurde damit aufgelöst, doch offenbar sind danach kleinere entstanden, etwa am ZOB oder auf dem Klingenberg. Denn der Drogenkonsum wurde durch die Maßnahmen nicht minimiert.

Mit dem Street-Mobil soll nach Angaben der Hansestadt Lübeck nun ein „niedrigschwelliges Angebot für Hilfesuchende“ geschaffen werden. „Wir haben damit die Chance, mit den Betroffenen vor Ort in den Dialog zu treten und über Hilfsangebote aufzuklären – ein weiterer wichtiger Baustein der bestehenden Sicherheitspartnerschaft zwischen Stadt und Polizei„, sagt Lübecks Sozialsenator Sven Schindler.

„Wir freuen uns sehr über diese neugewonnene Mobilität bei der Unterstützung von Suchterkrankten in Lübeck. Der Kontakt, die Versorgung und die Beratung der Menschen werden für die Streetworker-Kolleg:innen der AWO DrogenHilfe durch das StreeMo zusätzlich und ortsunabhängig erleichtert. Unser Dank gilt der Stadt Lübeck, die diesen Bedarf der Suchterkrankten ernst genommen und das StreeMo ermöglicht hat“, sagt der AWO Präsidiumsvorsitzende Wolfgang Baasch.

Entsprechend den Anforderungen wurde die Innenausstattung des Fahrzeugs angepasst: So können – wenn die Kontakt- und Abstandsregeln es wieder zulassen – Beratungsgespräch in der eingebauten Sitzecke geführt werden. Zusätzlich bieten Fächer Platz für Materialien wie Infoflyer und ähnliches. Im Kofferraum sind die notwendigen Utensilien für den Spritzentausch untergebracht: in kleinen Rollschrankregalen werden die sterilen neuen Materialien gelagert, alte Spritzen werden direkt in die Tonnen zur fachgerechten Entsorgung geworfen. Das 1:1 Tauschverfahren dient einerseits dem Schutz der Bevölkerung, da weniger gebrauchte Spritzen nicht fachgerecht entsorgt werden bzw. irgendwo herumliegen. Andererseits hilft der Tausch auch gegen Erkrankungen wie HIV und Hepatitis bei den Betroffenen. OP/PM

Termin:

Am Freitag, 29. Mai, 19 Uhr, laden die Bürgerschaftsfraktion der Grünen und Die Partei zum Stream-Talk mit dem Politiker Bastian Langbehn (Die Partei). Die Veranstaltung trägt den Titel „Drogenhotspot Klingenberg – Chance oder Gefahr“. Zu sehen ist der Talk auf dem Instagram-Profil der Grünen.

Foto: Karin Mechnich, Awo, Einrichtungsleiterin der DrogenHilfe Südholstein, Wolfgang Baasch, Landesvorsitzender der AWO Schleswig-Holstein, Sven Schindler, Sozialsenator der Hansestadt Lübeck (v.li.). Foto: Pressestelle Lübeck

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