Senioren setzen Zeichen für St. Lorenz Süd

Demonstration für die Fortsetzung des Seniorenangebotes im Stadtteilhaus

Seit dem 15. Mai ist das Projekt „Großeltern im Quartier“ abgeschlossen. Eine Verabschiedung von Projektleiterin Tina Kobold und Kollegin Parva Soudikani fand Corona-bedingt vor dem Stadtteilhaus im Hansering statt. Unter Einhaltung der Abstandsregeln standen sich Projektleitung und Senioren in St. Lorenz Süd zu Tränen gerührt mit Blumen und Dankesworten gegenüber.

Doch die Senioren setzten auch ein Zeichen mit einer für 20 Personen angemeldeten Demonstration, auf der sie noch einmal auf die vielfältigen Angebote der fünf Jahre andauernden Seniorenarbeit der Gemeindediakonie im Stadtteilhaus aufmerksam machten. Es geht ihnen dabei um die Fortsetzung des mittlerweile vertrauten Beratungsangebotes durch Tina Kobold, mit den vielen Kultur- und Freizeitangeboten sowie mit den so gut angenommenen interkulturellen Begegnungen durch den Lübecker Kulturverein Toranj. „Bei uns ist eine wichtige Gemeinschaft gewachsen“, erzählt Eveline Hojenski. Das Stadtteilhaus sei für alle wie ein zweites Zuhause. Deshalb wünschen sich die Senioren den Neustart des Projektes im Stadtteilhaus – gerne auch mit einem neuen Träger. Im Gespräch sind sie mit dem Lübecker Kulturverein Toranj, der derzeit an einem interkulturellen Konzept arbeitet, das der Politik vorgelegt werden soll.

„Ich bin stolz auf alle, die zu dieser Demonstration gekommen sind“, unterstreicht auch Ramune Virsilaite-Wöhlert, Leiterin des Nachbarschaftsbüros im Stadtteilhaus. Sie beabsichtigt, im Herbst mit dem Büro in neue, größere Räume am Kolberger Platz zu ziehen. Dort sind alle Senioren herzlich willkommen. Auch ein Beratungsangebot soll es weiterhin geben. Vorerst jedoch wird das Angebot vom Nachbarschaftsbüro im Stadtteilhaus vorgehalten – sobald dieses wieder öffnen darf. „Die Demonstration der Senioren war wichtig. Sie zeigt, wie sehr die Senioren um die vertraute Seniorenarbeit trauern. Das macht noch einmal mehr deutlich, dass es davon zu wenig gibt und vor allem wie wirklich nötig Angebote im Stadtteil sind.“

Auch die Zukunft des Stadtteilhauses ist nicht geklärt: Als Mieterin verbliebe nur die Vorwerker Diakonie mit ihrer Ambulanten Betreuung, wenn Nachbarschaftsbüro und Gemeindediakonie den Mietvertrag kündigen. Denn ob und wie die Gemeindediakonie die Räume weiter nutzen wird, konnte Geschäftsführerin Dörte Eitel auf Nachfrage nicht sagen.

Projektende mit Demo: Mit Transparenten machten die Senioren deutlich, wie wichtig ihnen die Angebote im Stadtteilhaus sind. Foto: mpa

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