Eutiner Wohnprojekt zieht eine positive Zwischenbilanz

Vor knapp einem Jahr hat eine ganz heterogene Gruppe von Menschen sich dazu aufgemacht, das ehemalige „Kleine Hotel“ in der Albert-Mahlstedt-Straße in Eutin in ein solidarisches Wohn- und Gemeinschaftsprojekt umzuwandeln. Die Bewohner von Analog 6.8 ziehen jetzt eine erste Bilanz und sind auch weiter auf der Suche nach Unterstützer und neuen Bewohnern.

Die Anfangsphase hat einiges an Kraft gekostet

„Ich habe es mir zu Beginn nicht vorstellen können, dass alles so schnell zusammenwächst“, freut sich Jens Rose-Zeuner rückblickend auf die vergangenen Monate seit Juli 2019. Auch Sven Borgert ist sich es bewusst geworden: „Es hat geklappt.“ Auch wenn es in der Anfangsphase einiges an Kraft gekostet habe, so Barbara Braasch. Ziel des Projekts war, eine vielfältige Bewohnerschaft unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Charakteren sowie verschiedener sozialer und geografischer Herkunft zusammenzubringen. Dabei verwalten sich die gleichberechtigten Mieter selbst.

Alles wird basisdemokratisch gemeinsam entschieden

„Wir wussten nicht viel über das Haus“, sagt Rose-Zeuner. Dementsprechend mussten alle ordentlich Hand anlegen. Es gab zahlreiche Baustellen. Der Durchgang zu den beiden Gebäuden war eine davon, auch die Umgestaltung des Hotels in verschiedene Wohneinheiten gehörte natürlich dazu. Derzeit wird an einem Fahrradschuppen gebaut. . „Es funktioniert, wir kommen mittlerweile auch zügig zu Beschlüssen“, verrät Rose-Zeuner aus dem regelmäßigen Plenum, das sich auch für Videokonferenzen innerhalb der Häuser zusammenschaltet.

Hier leben 17 Menschen zwischen vier und 64 Jahren unter einem Dach

17 Menschen zwischen vier und 64 Jahren leben in diesem Wohnprojekt zusammen, alle haben dabei aber auch ihre eigenen Bereiche und Rückzugsorte. Es gibt Arbeitsgemeinschaften, die sich mit Themen wie Finanzen und Verwaltung oder den Garten beschäftigen, gemeinsame Kinoabende und andere Aktionen. Auch Außenstehende können die Räumlichkeiten nutzen. So trafen sich vor Corona regelmäßig Qigong- und „Fridays for Future“-Gruppen bei Analog 6.8. „Wir wollten noch stärker in die Öffentlichkeit gehen mit einem Tag der offenen Tür und Vorträgen. Das hat die jetzige Situation aber nicht möglich gemacht“, so Rose-Zeuner.

Weitere Darlehnsgeber und neue Mieter werden gesucht

Unterstützt wird das Projekt auch durch Direktkredite. Das Finanzierungsmodell von Analog 6.8 lebt von wechselnden Darlehnsgebern, und so wird stetig nach Unterstützern gesucht. Auch neue Mieter können sich derzeit vorstellen. Ein WG-Zimmer und das Gartenhaus, bisher von einer Kleinfamilie bewohnt, werden frei. Weitere Infos gibt es online auf www.analog-68.de

Sven Borgert, Barbara Braasch und Jens Rose-Zeuner (v.l.) zogen eine Zwischenbilanz. (Foto: Billhardt)

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