Stadt Lübeck und Polizei wollen Sicherheitspartnerschaft beibehalten

Die Hansestadt Lübeck und die Polizei haben eine positive Bilanz ihrer Sicherheitspartnerschaft gezogen. Vor einem halben Jahr wurde vereinbart, den Drogentreff an der Krähenstraße aufzulösen. „Der Treff sei Geschichte, die Ziele wurden erreicht“, so die Hansestadt.

Drogenszene konnte sich nicht festsetzen

„Auch aus polizeilicher Sicht war es richtig, nicht länger die negativen Begleiterscheinungen der offenen Drogenszene zu tolerieren, sondern stattdessen gemeinsam konkrete Alternativen und Hilfeangebote aufzuzeigen und entsprechend zu handeln“, sagt Norbert Trabs, Leiter der Polizeidirektion Lübeck: Dass wir die vereinbarten Ziele unserer Sicherheitspartnerschaft erreicht haben, hat uns viel Zeit, intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten und den verstärkten Einsatz von Personal abverlangt. Unsere gezielten Kontrollen setzen wir lageabhängig fort, um das Sicherheitsgefühl weiter zu stärken und Kriminalität einzudämmen.“ Es würde weiter Schwerpunktkontrollen durchgeführt, so die Polizei. Dabei wurden neue Erkenntnisse gewonnen, Haftbefehle erwirkt und Ermittlungsverfahren eingeleitet. Damit sei auch erreicht worden, dass sich die Drogenszene nirgendwo anders etablieren konnte.

Hilfe für suchtkranke Menschen

Die Hansestadt Lübeck hatte zunächst die Pflanzen und Hecken entfernt, die Dealern und Süchtigen Schutz boten. „Neben den Veränderungen des räumlichen Umfeldes steht die Hilfe für die suchtkranken Menschen im Fokus“, ergänzt Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau. Deshalb freue ich mich, dass es gelungen ist, das Streetworkangebot der neuen Situation anzupassen und es stufenweise auszuweiten. Das Angebot zum Spritzentausch wird weiterhin gut angenommen, weshalb wir das Budget für dieses Angebot erhöht haben. Gemeinsam mit der AWO planen wir nun ein erweitertes Angebot des Tea&Talk. Ich danke allen Beteiligten für das konstruktive Zusammenwirken.“

Neues Street Mobil fährt durch Lübeck

Die AWO wird im Mai das sogenannte StreeMo (Street Mobil) einführen. Mit dem Fahrzeug wollen die Streetworker Standorte der Drogenabhängigen ansteuern, beraten und Spritzen tauschen. „Bereits jetzt tauschen wir pro Jahr zwischen 50.000 und 60.000 Spritzen in Lübeck. Mit dem StreeMo können wir diese lebenserhaltende Maßnahme, auch zum Schutz der Bevölkerung, erweitern“, sagt Karin Mechnich, Leiterin der AWO Drogenhilfe Lübeck.

Stadt, Polizei und Hilfsorganisationen wollen ihre Sicherheitspartnerschaft weiterführen.

Foto: Der Drogentreff an der Krähenstraße wurde gerodet. (Holger Kröger)

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