Initiative „Spurwechsel“ und ADFC fordern Pop-up-Radstreifen für die Ratzeburger Allee

Vor fünf Jahren setzte sich die Initiative Spurwechsel für Radstreifen auf der Fahrbahn der Ratzeburger Allee stadtein- und stadtauswärts ein

Das Ziel war, mehr Platz für sicheres und komfortables Radfahren auf dieser stark frequentierten Achse zwischen Innenstadt, Uni und UKSH. Insbesondere stadteinwärts sei der vorhandene Radweg eine Zumutung, so die initiative und der ADFC. Die Kritik: viel zu eng und holprig für die vielen Nutzer.

Die Initiative sammelte  mehr als 2000 unterstützende Unterschriften zur Anlage der Radfahrstreifen. „Bis heute wurde dieser Vorschlag nicht umgesetzt“. kritisieren die Initiative „Spurwechsel“ und ADFC in einer Mitteilung. Die Anlage von Radfahrstreifen zwischen Mühlenteller und Uni/UKSH wrd aber aktuell im Rahmen der Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg zwischen Bad Schwartau und Groß Grönau untersucht.

Durch die Corona-Krise wird  es noch einmal besonders deutlich

„Mehr Platz ist das Gebot der Stunde“ – auch für Radfahrer. Spätestens wenn die Schulen, TH, Uni und viele Betriebe wieder öffnen, werde es eng für Radfahrende auf der Ratzeburger Allee. In einigen Städten wurden Autospuren jüngst für den Radverkehr freigegeben, um „social distancing“ auch bei  der Mobilität zu ermöglichen. Zum Beispiel Berlin macht es vor und richtet vermehrt sogenannte pop-up-lanes ein: Innerhalb weniger Tage wird eine Radspur mittels Verkehrshütchen oder anderer  mobiler Absperrungen baulich vom Autoverkehr abgegrenzt. Initiative und ADFC wollen das auch für Lübeck.

Der Pop-up-Radstreifen eigne sich auch gut als Test für langfristige Planungen wie den Radschnellweg

„Seit der Fertigstellung der B207 neu von Pogeez nach Lübeck fahren weniger Autos auf der Ratzeburger Allee. Längerfristige Reduzierungen auf zwei Fahrspuren aufgrund von wiederholten Bauarbeiten führten zu keinen nennenswerten Behinderungen des Kfz-Verkehrs“, heißt es. „Dies birgt Chancen für die langfristige Neugestaltung des Verkehrsraums zwischen Bahnübergang und Mühlentorteller.“ Den Anforderungen des stetig wachsenden Radverkehrs von Schülern, Studenten und Berufstätigen sei die Ratzeburger Allee längst nicht mehr  gewachsen.

Nicht nur in Zeiten von Corona biete das Radfahren viele Vorteile: für die Gesundheit, das Klima, die Stadtkultur, die Umwelt und den Lärmschutz. „Die Chance für einen stadtgerechten Umbau des Straßenraumes sollte jetzt zügig genutzt werden“. lautet die Forderung.

Das Projekt „Spurwechsel“ ist eine Initiative der „AG Mobilität“ im Rahmen der Zukunftswerkstatt „Mobil in Lübeck 2030“. Offizielle Unterstützer der Initiative Spurwechsel sind: ADFC, Technische Hochschule Lübeck, Lübecker Bauverein, die Studentenverwaltungen von Fachhochschule und Universität, St. Jürgen Runde, StattAuto.

Foto: ADFC

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.