Durchgehender Kfz-Service

Ob Reifenwechsel oder Reparatur, das Angebot wird aufrechterhalten. Dabei zeigt sich auch, dass das Auto in der Coronakrise ein ideales Fahrzeug ist.

Erste, behutsame Lockerungen des sogenannten Lockdowns sind beschlossen. Die Wirtschaft soll wieder in Schwung kommen. Aber es gibt auch Unternehmen, von denen vor allem angenommen wurde, dass sie nicht öffnen dürften – die aber in Wahrheit durchgehend weiter arbeiteten. Das gilt besonders für die Kfz-Werkstätten.„Viele Kunden haben zum Beispiel gedacht, dass sie mit dem Aufziehen der Sommerreifen warten müssen, bis die Beschränkungen vorbei sind“, sagt Uwe Karbe, Obermeister der Innung für das Kfz-Handwerk Lübeck. „Das ist aber ganz einfach Quatsch.“ Natürlich seien einige Unternehmen in der Region in Kurzarbeit, „aber grundsätzlich sind und waren wir leistungsfähig.“

Und das gilt nicht nur für das Aufziehen von Sommerreifen

Die Einschränkungen gewerblicher Aktivitäten wegen der Coronakrise beziehen sich nicht auf den Kfz-Service. In Schleswig-Holstein können und konnten nicht nur wichtige sicherheitsrelevante Arbeiten, sondern auch Schönheitsreparaturen, also zum Beispiel Lackschäden und Beulen, von der Kfz-Werkstatt durchgeführt werden. Die Unternehmen müssen allerdings die Vorgaben zum Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen und die Einhaltung der Hygieneregeln gewährleisten.
Die meisten Kfz-Werkstätten in seinem Beritt hätten deshalb geöffnet, sagt Karbe. „Gut ist es es natürlich, vorher anzurufen, wenn man eine Reparatur benötigt.“ Dann gebe es derzeit ganz verschiedene Vorgehensweisen. „ Viele haben ja zum Beispiel Angst, sich anzustecken. Für sie ist es oft möglich, den Schlüssel im Briefkasten der Werkstatt einzuwerfen und das Auto hinzustellen. Oder man kann das Auto abholen lassen.“

Am Besten ist immer einfach zu fragen

Aber viele Autofahrer wüssten das nicht. Die Kunden seien in den vergangenen Wochen zögerlich gewesen. „Dabei ist es einfach ein Missverständnis, dass Reparaturen nicht möglich sind. Wer einen Reparaturwunsch hat, sollte immer das Gespräch mit der Werkstatt suchen. Wie man dann vorgeht, kann man ja besprechen.“
Frank Bernhard, Kfz-Meister und Geschäftsführer von BZ Automobile in Buntekuh, hat zuletzt einen Rückgang von etwa 30 Prozent verzeichnet: „Es hat eine Verzögerung gegeben bei den anfallenden Arbeiten. Aber auf das Auto verzichten will ja niemand.“ Und jetzt kämen die Kunden wieder: „Ostern ist vorbei und die wollen einfach raus. Das gilt auch für ältere Leute, die eigentlich wegen ihrer Gesundheit eher vorsichtig sind. Diese und nächste Woche habe ich wirklich gut zu tun.“

Die Abläufe in seiner Werkstatt seien in der Coronakrise anders – für die Mitarbeiter wie für die Kunden: „Die Kunden kommen nur separat in unser Büro, wir haben ein entsprechendes Schild aufgehängt. Und ich hole ziemlich oft Autos bei Kunden ab und bringe sie wieder hin. Außerdem arbeiten wir jetzt zeitversetzt, wir nutzen auch den Frühstücksraum immer nur mit zwei Personen. Und natürlich liegen hier Handschuhe und Desinfektionsmittel. Gesichtsmasken gab es ja nicht mehr.“
Bernhard findet es richtig, dass es bei Kfz-Reparaturen keine Einschränkung gab: „Die Leute brauchen das Auto doch. Nicht alle machen Homeoffice, viele müssen zur Arbeit kommen. Und natürlich auch einkaufen. Das Auto ist doch in dieser Situation perfekt: Ein Verkehrsmittel, in dem die Menschen isoliert unterwegs sind.“

Die Kfz-Werkstätten in der Region bieten weiter ihren Service an. Foto: industrieblick – stock.adobe.com

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