Sparkasse Holstein zahlt 2,1 Millionen Euro „Strafzinsen“

Zufriedene Gesichter beim Vorstand der Sparkasse Holstein: Das regionale Kreditinstitut hat auch im vergangenen Geschäftsjahr der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank getrotzt. Der Zinsüberschuss sank zwar von 128,5 auf 119,3 Millionen Euro, außerdem mussten „Strafzinsen“ in Höhe von 2,1 Millionen Euro an die EZB abgeführt werden. Dennoch konnte man das Betriebsergebnis um 5,1 auf 43,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Der Bilanzgewinn beträgt stabile zwölf Millionen Euro.

„Wir haben 2019 erfolgreich gemeistert“

„Wir haben 2019 erfolgreich gemeistert – die Herausforderungen aber steigen“, so Vorstandschef Thomas Piehl. Die Dynamik des Wirtschaftswachstums habe auch ohne Corona-Krise abgenommen, die harte Einschnitte verursachen werde. Dass die Kunden der Sparkasse Holstein vertrauen, beweist der Wachstum des verwalteten Vermögens um stolze elf Prozent auf 6,26 Milliarden Euro. Das Kundenkreditvolumen ist um 2,6 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro gewachsen. Treiber sind Kredite an 8300 Unternehmen mit einem Wachstum von 4,4 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Im Vorjahr verbuchte die Kreditinstitut insgesamt 9499 neue Kunden.

Marke Sparkasse Holstein ist geprägt durch die Filiale

Neben den Privatkunden und dem Mittelstand betrachtet die Sparkasse Holstein die professionellen Immobilienkunden als wichtiges strategisches Geschäftsfeld, mit dem man Erfolg hat. Man geht davon aus, dass der Superzyklus im Immobilienmarkt weiter anhalte. Geprägt werde die Marke Sparkasse Holstein aber durch die Filiale, so Vertriebsvorstand Joachim Wallmeroth. Zwischen Fehmarn und Hamburg gibt es 34 mit Personal besetzte Filialen und 45 SB-Filialen – und das soll auch so bleiben, auch wenn das Online-Banking stetig wächst, 52 Prozent der Kunden sind übers Internet aktiv. Die Mitarbeiterzahl ist von 1021 auf 1001 gesunken, doch gibt es im Unternehmen 32 offene Stellen – neue Kollegen werden gesucht.

Corona-Krise: Sparkasse verspricht Unterstützung

Zur Corona-Krise erklärt das hiesige Kreditinstitut: „Als Sparkasse Holstein reduzieren wir die sozialen Kontakte weitestgehend. Gleichwohl nehmen wir unsere volkswirtschaftliche Rolle bezüglich der Funktionsfähigkeit der öffentlichen und finanzwirtschaftlichen Infrastruktur wahr. Dies gilt insbesondere für die Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs und dem Zugang zu den Geld- und Kapitalmärkten. Zum anderen werden wir die von der Bundesregierung kurzfristig aufgelegten Programme und eigene Mittel für die zusätzliche Liquiditäts- und Kreditversorgung schnell und effektiv zu den betroffenen Wirtschaftsunternehmen bringen. Dabei weichen wir von Standard-Kreditvergabeprozessen ab. Insgesamt sind wir operativ und wirtschaftlich stabil aufgestellt und sehr zuversichtlich, diese Krise zu meistern.“

 

Haben erfolgreich gearbeitet (v. li.): der Sparkassen-Vorstand Thomas Piehl, Joachim Wallmeroth und Michael Ringelhann. (Foto: hfr)

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