Umstieg aufs Fahrrad: Es muss „klick“ machen in den Köpfen!

Wochenspiegel-Redakteur Oliver Pries verzichtet eine Woche lang auf sein Auto und düst mit dem Fahrrad durch Lübeck. Der Umwelt zuliebe. Aber auch, um seine Nerven zu schonen. Ob das klappt?

Der letzte Tag meines Experiments. Als ich morgens aus dem Fenster schaue, sind die Dächer weiß bereift. Ich denke mir nichts dabei, schließlich ist Winter. Doch wer Fahrrad fährt, sollte vorausschauen. Mir wäre dadurch eine Schrecksekunde erspart geblieben. Denn als ich in die Moltkestraße biegen will, rutscht mein Hinterrad auf dem gefrorenen Matsch des Radweges weg. Mit etwas Mühe kann ich das Rad auffangen, aber mir geht der Puls. Die nächsten acht Kilometer versuche ich, besonders vorsichtig zu fahren.

Viele Fahrradfahrer sind an diesem Morgen gestürzt!

In der Redaktion angekommen, sehe ich, wie gefährlich die Fahrt war. Denn unser Fotograf berichtet, dass sich am Morgen diverse Glätteunfälle ereignet haben. Betroffen waren besonders Fahrradfahrer. Eine Frau wurde beim Sturz vom Rad so schlimm verletzt, dass sie einige Zeit nicht ansprechbar war. Heftig! Außerdem erreicht mich eine E-Mail, die Werbung für Winterreifen für Fahrräder macht. Ich wusste bis heute nicht einmal, dass es solche Reifen gibt. Allerdings werde ich mir, bevor ich mich auf den Heimweg mache, mal mein Reifenprofil angucken. Denn das Rad hat bereits einige Jahre auf dem Buckel.

Was ich jetzt merke, ist: Der Umstieg auf das Fahrrad will gut überlegt sein. Es jede Menge nützlicher, aber unnützer Gadgets für Radfahrer. Viel wichtiger ist es aber, dass das Fahrrad verkehrssicher ist und gut zum Fahrer passt. Und vor allem: Dass man sich als Radler immer bewusst ist, in welcher Situation man sich auf der Straße befindet. Radfahren macht tatsächlich bewusster für seine Umgebung.

Ja, ich werde weiter Radfahren!

Nun gilt es also, ein Resümee zu ziehen. Mir haben die Tage mit dem Rad wirklich Spaß gemacht! Ja, es war auch wirklich anstrengend. Aber Übung macht bekanntlich den Meister, und das regelmäßige Fahren trainiert wirklich schnell. Lübeck ist wirklich kein ungefährliches Pflaster für Fahrradfahrer, da muss die Stadt noch einiges tun. Vor allem aber sollten alle Verkehrsteilnehmer mehr aufeinander achten und den jeweils Schwächeren schützen. Dazu muss es „klick“ machen in den Köpfen der Menschen.

Die Gewissheit, dass man sich selbst und der Umwelt etwas Gutes tut, hat mich in dieser Woche wirklich weit getragen. Deshalb werde ich weitermachen und künftig viel häufiger Rad fahren – in alle Richtungen! Der Frühling steht in den Startlöchern – und damit macht das Radfahren gleich noch mehr Spaß! Machen Sie mit: Wir sehen uns auf der Straße! Oliver Pries

Teil 1 der Serie: Umstieg aufs Fahrrad
Teil 2 der Serie: Umstieg aufs Fahrrad: Fußgänger und Radwege sind gefährlich!
Teil 3 der Serie: Umstieg aufs Fahrrad: „Rot“ heißt „Rot“!
Teil 4 der Serie: Kraftlos durch den Nieselregen
Teil 5 der Serie: Radeln und einkaufen – geht das?
Teil 6 der Serie: Wann ist man ein echter Radler?

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