Zerstörungswut im Waldkindergarten

Unbekannte haben auf dem Außengelände der Lebenshilfe randaliert

Die Kinder des Waldkindergartens der Lebenshilfe Ostholstein tollen herum wie immer. Luisa und Max bauen aus gesammelten Stöcken eine Höhle, Lukas und Sam spielen Fangen, nur Alex schaut hin und wieder traurig zur eingetretenen Schutzhütte, an der vor wenigen Tagen auch eine Schaukel hing. „Das ist nur eine von vielen Schandtaten, die die Täter angestellt haben“, sagt Melanie Müller, Leiterin der Kindertagesstätte „Am Papenmoor“.

Als die Erzieher am Montagmorgen mit derzeit 15 „Waldmäusen“ ihren Betreuungsplatz im Küsterholz aufsuchen, bekommen sie einen Schock. Denn wieder einmal haben Unbekannte im Wald gewütet und das Areal der Lebenshilfe mehr als verwüstet.

„Vor zwei Jahren haben wir ein tolles Flugzeug aus einem alten Bollerwagen gebaut. Mit Flügeln, Sitzbank und Lenkrad.“, sagt Matthäus Frenzel, einer der Erzieher in der Waldgruppe, schockiert. Jetzt aber lag das Flugzeug völlig demoliert im Teich. Der Unterstand bei den Sitzplätzen, der als Schutzhütte dient, ist mutwillig zur Hälfte eingetreten. Die Verlängerung für die Schaukel ist samt Halterung in sich eingestürzt und liegt zerbrochen am Boden.

Die Zerstörungswut stößt bei Kindern, Eltern und Erziehern auf Unverständnis und wirft viele Fragen auf. Wer lässt nur seine Zerstörungswut an einem mit viel Eigenleistung von Erziehern und Kindern erschaffenen Ort aus? Warum gibt es keinen Respekt vor diesem mit viel Liebe und Hingabe gepflegten Platz?

Bereits in der Vergangenheit, so berichten die Erzieher, gab es immer mal wieder Vandalismus. Die letzte vollständige Verwüstung fand vor fünf Jahren statt. „Die sind ganz schön doof, die das gemacht haben“, sagt Max. Gemeinsam zeigen die Kinder mit dem Daumen nach unten, was sie von dieser Zerstörung halten. Schließlich werden ihnen im Waldkindergarten ganz bestimmte Werte vermittelt, in denen es um Respekt gegenüber anderen Menschen und der Natur gehe. Und genau das wünschen sich die Waldmäuse auch für sich und ihre Kita.

Foto: hfr

 

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