Ridesharing: Neue Angebote für Lübeck

Stadtverkehr und Uni Lübeck kooperieren für Projekt

Der Stadtverkehr Lübeck erhält vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Fördermittel zur Erforschung weiterer flexibler Mobilitätsangebote in Lübeck. 98 000 Euro gehen an das Projekt mit dem Namen „In2Lübeck“, das gemeinsam vom Stadtverkehr, der Universität zu Lübeck und der Hansestadt Lübeck durchgeführt wird.

„Mit Lümo haben wir bereits in Lübeck ein flexibles Ride-Sharing-Angebot eingerichtet“, sagt Dr. Carolin Höhnke, Leiterin Mobilitätsmanagement und Verkehrsplanung der Stadtverkehr Lübeck GmbH. Lümo bringt mehrere Fahrgäste mit unterschiedlichen Zielen ohne festen Fahrplan von Haustür zu Haustür. Bestellt und bezahlt wird ganz einfach per App. „Durch die Förderung ist es nun möglich, in dem Projekt „in2Lübeck“ allen relevanten Fragestellungen zu On-demand-Ridesharing-Modellen konzeptionell und wissenschaftlich nachzugehen.“

Seitens der Universität steht dabei die Wahrnehmung und das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer im Fokus: „Damit das Projekt erfolgreich sein kann, müssen wir verstehen, wie die Menschen mit ihrer Mobilität umgehen. Letztlich ist sie eine Ressource wie auch Zeit und Geld. Wir wenden bestehende psychologische Erkenntnisse und Konzepte an, sodass sich innovative Mobilitätsformen problemlos an den Alltag angliedern lassen“, sagt Prof. Thomas Franke, der am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme forscht.

Das BMBF hatte Verkehrsunternehmen und Kommunen aufgerufen, sich für eine Förderung zu bewerben. Das Ministerium unterstützt mit dem Wettbewerb „MobilitätsWerkStadt 2025“ rund 50 kommunale Projekte. Die Aufgabe dabei ist es, nachhaltige, innovative und passgenaue lokale Mobilitätskonzepte zu entwickeln. Mit der Förderung des BMBF soll dazu beigetragen werden, den Wandel der Mobilität nachhaltiger zu gestalten.

Mit Lümo wurde im Februar 2018 bereits ein erster Schritt getan

Das Pilotprojekt läuft erfolgreich mit steigenden Fahrgastzahlen. Monatlich bestellen 200 bis 250 Fahrgäste per Smartphone den flexiblen Tür-zu-Tür-Fahrdienst. Lümo wurde allerdings nach einer sogenannten „Experimentierklausel“ nur für vier Jahre genehmigt. Danach ist es derzeit unklar, wie das Modell weiter betrieben werden kann. Hier setzt die Förderung für „In2Lübeck“ an.

Besonderer Schwerpunkt der Forschungsarbeit wird die enge Zusammenarbeit mit den Nutzerinnen und Nutzern sein. „Wir wollen wissenschaftlich fundiert herausfinden, wie sich Lübeckerinnen und Lübecker ein modernes Ride-Sharing-Angebot vorstellen und wie es für sie zugeschnitten sein könnte“, betont Dr. Carolin Höhnke. Wie kommt der neue Service bei älteren Menschen an? Wann und wo kann Lümo sinnvoll eingesetzt werden? Wird Lümo ein Zubringer zum Linienbusverkehr sein oder ihn zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Gebieten ersetzen? Diese und andere Fragen werden im Rahmen des Förderprojektes beantwortet.

Dr. Carolin Höhnke,  Prof. Dr. Thomas Franke (Mi.),und Tim Schrills, Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Foto: Gerlinde Zielke

 

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