Keine Fördermittel für Reinfelds marode Sportplätze

Die Preußen sind sauer: 250 000 Euro aus 2019 wurden nicht abgerufen, für 2020 ging die Stadt leer aus

Seiit Jahren sind die Reinfelder Sportplätze in einem katastrophalen Zustand. Ebenfalls seit Jahren wurden die Sportler vertröstet. Erst nachdem die Politik eine Sanierung der Sportanlagen in drei Bauabschnitten beschlossen hatte und für 2019 die schriftliche Zusage für Fördergelder über 250 000 Euro vorlag, schien den Sportlern endlich ein Licht am Ende des Tunnels.

Das änderte sich jedoch, als der Bauausschuss-Vorsitzende Lorenz Hartwig in der letzten Ausschusssitzung am 13. Februar über eine Formulierung in der Vorlage zum aktuellen Sachstand der Sportplatzsanierung gestolpert ist: „…der Förderantrag wird für 2020 neu gewertet“, hieß es dort in einem längeren Textteil. „Diese Aussage konnte uns niemand der anwesenden Verwaltungsmitarbeiter näher erklären“, so Hartwig.

Die Klärung kam einen Tag später per Mail vom Innenministerium und sorgte nicht nur bei Lorenz Hartwig, sondern auch bei Adelbert Fritz, Vorsitzender des Sportvereins Preußen Reinfeld für Schnappatmung: Der bereits genehmigte Förderantrag für 2019 sei von der Verwaltung zurückgezogen worden. Daraufhin sei der Reinfelder Antrag im großen Topf aller Antragsteller für das Jahr 2020 gelandet und würde wie ein neuer Antrag gewertet. Inzwischen gibt es für das laufende Jahr auch eine Entscheidung über die Fördermittel: Reinfeld geht leer aus.

Adelbert Fritz und seine Vereinsmitglieder sind fassungslos

„Wir haben mehrfach über die Sanierung der Sportplätze gesprochen. Der Bürgermeister hat mit keinem Wort erwähnt, dass wir mit den Fördermitteln aus 2019 nicht mehr rechnen können. Wir alle sind mit Herzblut dabei. So geht man doch nicht miteinander um.“

Der Vereinsvorsitzende sieht den Bürgermeister in der Pflicht, den Beschluss der Politik umzusetzen und nun einen „Plan B“ auszuarbeiten. Für alle drei Bauabschnitte sei mit jeweils 250 000 Euro Fördermitteln gerechnet worden. Fritz: „Jetzt haben wir 250 000 Euro verschenkt und für 2020 bekommen wir gar nichts. Wie soll man das nur erklären?“

Den „schwarzen Peter“ will Bürgermeister Heiko Gerstmann nicht auf sich sitzen lassen. Er habe den Förderantrag nicht zurückgezogen, sondern dem Ministerium die besondere Situation Reinfelds geschildert. Aufgrund der noch fehlenden Jahresabschlüsse dürfe die Stadt nur Ausgaben tätigen, zu der sie verpflichtet sei. Die Sportplatzsanierung gehöre jedoch nicht dazu. Wenn er die Fördermittel abgerufen hätte, hätte er unterschreiben müssen, dass die weitere Finanzierung gesichert sei. Damit hätte er sich strafbar gemacht, denn das sei definitiv nicht der Fall gewesen. Den Frust der Sportler könne  er verstehen, so Gerstmann. Ihm sei es auch lieber gewesen, wenn er die Sportplatzsanierung hätte umsetzen können. Jetzt müsse nach anderen Fördertöpfen geschaut werden.

Für die C- und D-Mädchen der Spielgemeinschaft Oldesloe/Reinfeld und ihren Trainer Florian Eckert ist das ein schwacher Trost. Der D-Platz, auf dem sie am Mittwoch trainiert haben, ist nicht nur matschig, sondern vor allem auch rutschig. Sie träumen weiter davon, dass aus dem Matschplatz irgendwann doch noch ein schöner Kunstrasenplatz wird.

Die Trainingsbedingungen für die C- und D-Mädchen der Spielgemeinschaft Oldesloe/Reinfeld sind schlecht: Der D-Platz ist matschig. Ausrutscher sind an der Tagesordnung. Foto: Petra Dreu

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