Neue Serie: Umstieg aufs Fahrrad


Wochenspiegel-Redakteur Oliver Pries will eine Woche lang aufs Auto verzichten und stattdessen Rad fahren. Auf wochenspiegel-online.de schreibt er über seine Erlebnisse.

Ich habe keine Lust mehr! Jeden Morgen, jeden Abend, quäle ich mich im Auto in die Redaktion und zurück nach Hause. Quer durch Lübeck. Und obwohl ich auf der Strecke kaum in größere Staus gerate, bin ich genervt. Deswegen starte ich einen Versuch: Eine Woche lang will ich aufs Auto verzichten, mit dem Rad fahren und schauen, wie es mir damit geht.

Ganz ehrlich: Die Gründe, Rad zu fahren, sind überwältigend. Obwohl ich nur einen Kleinwagen besitze, habe ich der Umwelt gegenüber schon lange ein schlechtes Gewissen. In meinem Kleingarten habe ich die Folgen der Umweltverschmutzung nämlich täglich vor Augen: Es gibt immer weniger Insekten, und auch viele Vögel kommen nicht mehr. An Giftstoffe im Boden und Luftbelastung mag ich gar nicht denken. Außerdem habe ich im trüben, dunklen Winter sowieso ständig das Gefühl, nicht genug Bewegung, frische Luft und Tageslicht zu bekommen. Und dazu spare ich noch Geld.

Geht es mit dem Auto wirklich schneller?

Im Sommer bin ich ab und an schon mit dem Rad zum Verlag gefahren. Die Strecke am Elbe-Lübeck-Kanal bis nach Buntekuh ist herrlich. Aber irgendwie drängt mich immer die Zeit: Termine nach der Arbeit, Sport, der Garten, Einkaufen. Das geht doch alles schneller mit dem Auto. Glaube ich jedenfalls. Aber ist das wirklich so? Das werde ich in dieser Woche testen.

Warme Klamotten sind Pflicht!

Weil Radfahren im Wonnemonat Februar aber doch etwas anderes ist, als im Juni, will ich mich gut vorbereiten. Ich kaufe mir also eine Regenhose fürs Rad, ohne zu wissen, ob die praktisch ist. Auf dem Fahrrad nass zu werden, finde ich ziemlich unangenehm. Und richtig warme und einigermaßen regendichte Handschuhe müssen her. Eine All-Wetter-Jacke, Mütze und warme Unterwäsche habe ich sowieso. Und auch einen Fahrradhelm besitze ich, auch wenn ich ihn selten verwende. In dieser Woche aber wird er Pflicht. Meine Coolness ist mir mit kurz vor 50 sowieso weitestgehend abhanden gekommen, aber leben will ich noch ein bisschen.

Am Abend, bevor mein kleiner Versuch startet, google ich geeignete Strecken. Der Routenplaner schlägt mir drei vor, die zwischen acht und zehn Kilometer lang sind, quer durch die Innenstadt führen oder über die Außenbezirke. Wo ich lang fahre, werde ich spontan entscheiden. Morgen geht’s los. Oliver Pries

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