„Max Pax“: Rat und Hilfe für Kinder in Lübeck

Das Autonome Frauenhaus initiiert eine Aktion zum Schutz von Kindern in der Hansestadt

Es gibt ganz normale Alltagssituationen, in denen Kinder Hilfe benötigen können: Sie haben sich verlaufen, die Eltern im Stadtgetümmel aus den Augen verloren, haben Durst oder müssen schlicht eine Toilette aufsuchen. Doch vor allem wenn Kinder und Jugendliche gemobbt werden oder sich in anderen Notsituationen befinden, ist es hilfreich, sichere Orte zu kennen. Unter dem Motto „Max Pax and friends“ machen Kinder und Jugendliche mit dem Autonomen Frauenhaus auf ihre Aktion aufmerksam, die sich durch Sticker kennzeichnet, die am Fenster von Geschäften und Institutionen gut sichtbar aufgeklebt werden sollen.

„Max, das ist ein neunjähriger Junge, der mit seiner Mutter ein Jahr bei uns im Frauenhaus gelebt hat“, erzählt Anke Kock vom Autonomen Frauenhaus. Der Junge war mit seiner Mutter aus einer anderen Stadt ins Frauenhaus in Lübeck gezogen. „Von dort kennt Max die Stickeraktion, durch die die Kinder wissen: Da wird mir geholfen“, erzählt seine Mutter. Kurzerhand entschloss man sich, den Sticker auch in Lübeck auf den Weg zu bringen. Kinder und Jugendlichen aus dem Frauenhaus haben ihn selbst entworfen. Darauf ist ein Haus mit rotem Dach zu sehen, eine große lachende Sonne scheint hinter dem Haus. Der runde orangefarbene Aufkleber trägt den Schriftzug „Wir helfen dir“.

Die Aktion, die mit Unterstützung der Haukohl Stiftung startet, wird bereits von einigen Lübecker Geschäften unterstützt. Auch die Thomas-Mann- und die Albert-Schweitzer-Schule unterstützen das Projekt. „Darüber hinaus erhalten alle Schulen in Lübeck die Möglichkeit, sich an der Aktion zu beteiligen, um Kinder und Jugendliche regelmäßig darüber zu informieren“, so Kock.

Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauser freut sich über die Stickerkampagne, mit der „ein Zeichen für mehr Sicherheit für Mädchen und Jungen gesetzt wird.“ So werde auch die Überzeugung gestärkt, wie wichtig das Helfen in Not ist. Zunächst werden weitere mögliche Kooperationspartner angesprochen. Diese erhalten eine Einweisung, wie sie Hilfe und Rat ermöglichen können. Das kann ein Telefonanruf bei den Eltern oder auch bei der Polizei sein. „Vorrangig geht es immer um die Würde des Kindes“, unterstreicht Anke Kock.

Unterwegs in Lübeck Rat und Hilfe finden: Anke Kock von Frauen helfen Frauen mit Kindern und Jugendlichen der Max Pax and friends-Aktion im Roten Saal des Rathauses. Foto: MPA

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