Werben für übergesetzlichen Lärmschutz

Grüner Bundestagsabgeordneter Konstantin von Notz diskutierte mit Bürgern und Beltgegnern

Sie kämpfen für die Troglösung: Bad Schwartauer Bürger, Umweltschützer und Beltgegner trafen am Montag den Grünen Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz am Bahnübergang Kaltenhöfer Straße. Dort erhebt sich eindrucksvoll symbolisch die sechs Meter hohe Lärmschutzwand, mit der die Deutsche Bahn den Lärm mindern will, der durch die Hinterlandanbindung der Festen Fehmarn-Belt-Querung droht.

Zuvor fand ein Treffen zwischen von Notz und Bürgermeister Dr. Uwe Brinkmann im kleinen Kreis im Rathaus statt. Dort erläuterte Brinkmann, welche Maßnahmen die Stadt bisher unternommen hat, um die von allen favorisierte Troglösung zu forcieren. Bekanntlich möchte die Bahn aus Kostengründen die Bürger mit einer Lärmschutzwand vor der gesundheitsgefährdenden Lärmbelästigung schützen.

Im Anschluss machte von Notz sich vor Ort ein Bild von der Situation und diskutierte mit engagierten Bürgern und Umweltschützern. Er sei seit seinem Einzug in den Bundestag 2009 mit der Festen Fehmarn-Belt-Querung befasst. „Wir sind nicht per se gegen Querungen wie Brücken oder Tunnel“, stellte von Notz klar. „Aber das Projekt ist ökologisch und ökonomisch unsinnig.“ Von Notz fordert daher eine aktuelle Kosten-Nutzen-Rechnung und eine realistische Bewertung des Projektes. Ausdrücklich lobte er das Engagement der Stadt, die bereit war viel Geld für die Erstellung von Gutachten in die Hand zu nehmen.

Diese Kompetenz habe auch einen Mehrwert für ganz Schleswig-Holstein und Hamburg. Gerade in Lübeck, Stormarn, der Lauenburger Raum und im Hamburger Rand sei das Thema noch gar nicht angekommen. „Die verstehen noch gar nicht, was da passiert und werden irgendwann fragen: Warum hat uns niemand vor diesem Irrsinn gewarnt?“, so von Notz. „Die 830 Meter langen Züge, die hier nachts durch Bad Schwartau fahren sollen, werden auch durch Lübeck und Stormarn fahren. Die Leute denken, dass das Land hinter Bad Schwartau aufhört.“
Er wolle das Projekt weiter kritisch begleiten, könne aber keine Versprechungen machen. Die Bahn mache nur, was die Politik vorschreibe, und setze auf Verschleierungstaktik. „Ich bin voll dafür, dass Bad Schwartau den Trog bekommt“, so der Grünen-Politiker. „Aber ich sage Ihnen, der wird nicht kommen.“

Dicht drängten sich die zahlreich erschienenen Bürger, Umweltschützer und Gegner der Festen Fehmarn-Belt-Querung, um mit dem Grünen Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz (heller Mantel) über die von allen geforderte Troglösung zu diskutieren. Foto: Anja Hötzsch

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