Naturerlebnisweg: Verzögerung bei der Neugestaltung

Uneinigkeit zwischen Umweltbeirat und Politik – Streitpunkt ist ein Beobachtungsturm

Vor drei Jahren hat die Modernisierung des 20 Jahre alten Naturerlebnisweges durch den Bad Schwartauer Kurpark begonnen. Doch nun gibt es zwischen dem Umweltbeirat und der Politik unterschiedliche Ansichten über das weitere Vorgehen. Deutlich wird das an einem vom Umweltbeirat gewünschten Beobachtungsturm. Das Gremium hat in Abstimmung mit Politik und Verwaltung 2017 damit begonnen, das Bankensystem im Grünen Klassenzimmer im Kurpark zu erneuern. Ein Jahr später folgte der Neubau des Bohlenwegs. Das vergangene Jahr war durch die komplette Neugestaltung des Grünen Klassenzimmers geprägt. Für Bohlenweg und Klassenzimmer gab es neben städtischen Zuschüssen auch Fördermittel von der Umweltlotterie Bingo und aus Eigenmitteln des Umweltbeirates. Dieser hatte nun beantragt, dass für die weitere Modernisierung des 3600 Meter langen Pfades 12?500 Euro städtische Mittel bewilligt werden. Jeweils 6250 Euro sollen durch einen Förderzuschuss von Bingo sowie Eigenmitteln und Spenden bestritten werden, so dass insgesamt 25?000 Euro zur Verfügung stehen.

Die Modernisierung wird kontrovers diskutiert

Doch das gerät ins Stocken. Bereits im November war das Thema wegen fehlender Genehmigungen von Seiten der Politik vertagt worden. „Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt dagegen ausgesprochen, dass der Naturerlebnisweg modernisiert wird“, betonte Gudrun Berger (Bündnis 90/ Die Grünen), Vorsitzende des Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Verkehr und Umweltschutz, auf der jüngsten Sitzung. Aber aus Sicht der Politik sind noch einige Fragen offen. Rudolf Meisterjahn, Vorsitzender des Umweltbeirates, bekam Gelegenheit, die weiteren Pläne vorzustellen: Er sprach von einem ganzen „Blumenstrauß“ an Maßnahmen. Demnach sind unter anderem Kartenmodelle, die mit Barcode-Technik ausgestattet sind, geplant. Auch soll es wie einst wieder einen Beobachtungsturm geben.

Doch wegen dieses Beobachtungsturm als Teil des Gesamtkonzeptes und nicht rechtzeitig vorliegender Genehmigungen gibt es Kritik. „Einen solchen Klotz wollen wir nicht“, so Gudrun Berger. Sie gab zu bedenken, dass die Stadt dann für die weitere Unterhaltung zuständig sei. Der Ausschuss moniert, dass er nicht frühzeitig in die Planungen eingebunden wurde. „Alles bis auf der Beobachtungsturm hätte bereits gemacht werden können.“ „Mit dem Turm können wir nicht viel anfangen“, sagte Hansjörg Thelen (SPD). Er schlug eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an den weiteren Planungen vor. „Es ist bedauerlich, dass die Maßnahme zerredet wird“, kritisierte Lüder Garms, Mitglied des Umweltbeirates und Kommunalpolitiker der Grünen. „Alle sollten sich an einen Tisch setzen.“

Im vergangenen Herbst wurde das neue Grüne Klassenzimmer eingeweiht. Foto: Elke Spieck

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