73.000 Euro: Illegaler Müll verursacht hohe Kosten

Niemand kümmert sich um die Müllentsorgung

Möbel, Altreifen, Gartenabfälle: Immer häufiger wird Müll illegal an Straßenecken oder an Wertstoffcontainern abgeladen. Das ärgert nicht nur die Anwohner, sondern verursacht auch immense Kosten: 73.000 Euro haben die Entsorgungsbetriebe Lübeck 2019 für die Abfuhr dieser „wilden Müllhalden“ ausgegeben. Berechnet wird’s dem Steuerzahler.

Gemma Martin wohnt seit vier Jahren in St. Lorenz Süd. Seit Monaten sah sie einen illegalen Müllberg an der Hansestraße, Ecke Kimbernweg wachsen. „Alles begann mit einem Kühlschrank, den dort jemand einfach abgestellt hatte“, erinnert sich die Anwohnerin. „Dann stellte jemand ein Sofa dazu.“ Und so wurde der Müllberg immer größer. In der vergangenen Woche lagen auch ein demontierter Schrank, ein Bürostuhl, altes Spielzeug, Kartons und ein Fahrradreifen teilweise auf dem Gehweg. Darum, dass der Müllberg verschwindet, mochte sich niemand kümmern, hat auch Gemma Martin beobachtet.

Bußgeld kann bis zu 1200 Euro betragen

Solche illegalen Müllberge gibt es im gesamten Stadtgebiet. „Es gibt in Lübeck kaum eine Stelle, an der noch kein wilder Müll abgelagert wurde“, weiß Nicole Dorel, die Pressesprecherin der Hansestadt Lübeck. Doch es gibt Brennpunkte: Buntekuh, Moisling und Marli seien „beliebte Flächen“ für wilde Müllhalden. Aber auch aus der Innenstadt sei das Problem bekannt, etwa aus der Clemensstraße, so Dorel. Der Ordnungsdienst der Hansestadt verfolgt diese Fälle, verhängt Bußgelder. Die belaufen sich auf Summen von 30 bis 1200 Euro. Je nachdem, was und wie viel illegal entsorgt wird. Die Zahl der Vorfälle sei aber nicht auffallend angestiegen, so die Pressesprecherin.

591 Mal mussten die Entsorgungsbetriebe Lübeck im Jahre 2019 ausrücken, um Müll abzuholen, den die Verursacher nicht selbst entsorgen wollten. 132 Tonnen wurden abgefahren, das Gewicht von fast 100 Kleinwagen. Kosten von 73.000 Euro seien so im vergangenen Jahr entstanden, sagt die Pressesprecherin der Entsorgungsbetriebe, Cornelia Tews. Die Abfallgebühren würden diese Kosten nicht abdecken, so Tews. Soll heißen: Am Ende zahlt der Steuerzahler. „Zwischen den Entsorgungsbetrieben, dem Ordnungsdienst der Hansestadt Lübeck und der Polizei gibt es eine enge Abstimmung wegen des Problems“, sagt Cornelia Tews. Wird eine wilde Müllhalde gemeldet, würde zunächst versucht, den Verursacher zu ermitteln.

Videokameras helfen nicht weiter

Videokameras an bekannten Ablagestellen seien eher nicht sinnvoll, sagt die Hansestadt Lübeck. „Solange der Müllsünder kein Namensschild trägt oder sein Kfz-Kennzeichen zu sehen ist, helfen auch Kameras nicht“, so Stadtsprecherin Dorel. Vielmehr sollte eine stärkere Sensibilisierung des Bürgers für den Umgang mit der Natur erfolgen. Außerdem böten die Entsorgungsbetriebe jedem Bürger Lübecks eine kostenlose Abfallberatung an. So kann eine illegale Abfallentsorgung im besten Fall vermieden werden. OP

Weitere Informationen: Jeder Lübecker Haushalt kann zwei Mal im Jahr kostenlos Sperrmüll anmelden. Die Wertstoffhöfe nehmen viele Müllarten unentgeltlich an. Auch Gartenabfälle werden zwei Mal jährlich kostenlos abgeholt. Weitere Auskünfte erteilen die Entsorgungsbetriebe unter Telefon 0451 / 707600 oder auf entsorgung.luebeck.de.

2 Antworten auf &‌#8222;73.000 Euro: Illegaler Müll verursacht hohe Kosten&‌#8220;

  1. Uwe N. sagt:

    Da ich gerade beim Umziehen bin und des öfteren die Verschiedenen Recyclinghöfe der Stadt nutze, kann ich an meinem Portemonnaie den Grund für die illegale Müllentsorgung erahnen. Die Frage die sich mir stellt ist es nicht günstiger die Preise erheblich zu senken und auf diese Art der der Illegalität vorzubeugen?

  2. Oliver Pries sagt:

    Hallo Herr Neumann,

    Sperrmüll kann zwei Mal im Jahr kostenlos angemeldet werden. Bei den Wertstoffhöfen können Sie Altglas, Altkleider, Altmetall, Altpapier, CDs und Tonerkartuschen, Sonderabfälle, Medikamente und Verpackungen kostenlos abgeben. Kostenpflichtig sind lediglich Bauschutt, Gartenabfälle, Sperrmüll (wenn Sie schon zwei Mal im Jahr angemeldet haben, ansonsten auch kostenlos) und mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz.

    Viele Grüße!

    die Redaktion

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