Schlüsselübergabe am neuen Frauenhaus-Standort Eutin

Nach einer Bauzeit von nur knapp zwölf Monaten gibt es ein neues Frauenhaus in Ostholstein. Die Einrichtung für von häuslicher Gewalt bedrohte Frauen und Kinder hat in Eutin eine neue Heimat gefunden. Das alte, marode Haus in Lensahn wird aufgegeben. Am Donnerstag war Schlüsselübergabe.

Temporeichstes Bauprojekt in der Geschichte des Kreises

„Dieses Haus hat das Zeug dazu, als temporeichstes Bauprojekt in die Geschichte des Kreises einzugehen“, sagte Landrat Reinhard Sager. Keine zwei Jahre nach dem ersten Kontakt sei der 1,3 Millionen Euro teure Neubau fertig. Bauherr ist die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Ostholstein, die auch das Grundstück bereitgestellt hat und das Gebäude an den Frauenhaus Ostholstein e.V. vermietet. Auf einer Wohn- und Nutzfläche von 398 Quadratmetern stehen 15 Plätze für Hilfesuchende zur Verfügung. Neben der vorübergehenden und geschützten Unterkunft finden hier Frauen und ihre Kinder auch therapeutische Hilfe und umfassende Beratung.

Land hat das Bauvorhaben mit Zuschüssen und Darlehen gefördert

Beim Festakt mit vor Ort waren auch Gleichstellungsministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack und Finanzministerin Monika Heinold, denn das Land hat sein Portemonnaie geöffnet und das Vorhaben mit rund 285?000 Euro gefördert. Weitere 856?500 Euro stammen aus der Sozialen Wohnraumförderung – teils als Zuschuss, teils als Darlehen. „Ich freue mich besonders auch darüber, dass sich die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen deutlich verbessern“, betonte Ministerin Sütterlin-Waack.

Neubau wurde barrierearm und mit Bedacht konzipiert

Bei der Neukonzeption war es den Verantwortlichen wichtig, dass die Mitarbeiter ihre soziale und therapeutische Arbeit uneingeschränkt durchführen können. Das barrierearm gestaltete Gebäude beinhaltet zum einen den Büro- und Therapietrakt im Untergeschoss und zum anderen einen separat zugänglichen Wohn-, Gemeinschafts- und Schlaftrakt im Erd- und ersten Obergeschoss. Ein großzügiger Gemeinschaftsraum mit angrenzender Gemeinschaftsterrasse und Spielecke komplettieren das Bauvorhaben.

Wobau stellt auch eine weitere Schutzwohnung zur Verfügung

„Ich verabschiede mich gerne aus Lensahn, weil man bisher für alles hundert Wege in Kauf nehmen musste. Eutin hat das Angebot einer Kreisstadt. Die Behörden sind vor Ort, ebenso Ärzte Kitas und Schulen“, meint Sybille Rohowsky vom Frauenhaus-Verein. Man bleibe weiterhin für den gesamten Kreis zuständig. Wobau-Geschäftsführer Fabian Weist kündigte zudem am, dass sein Unternehmen das Engagement ausbauen und dem Frauenhaus aus dem Bestand eine Wohnung zur Verfügung stellen werde. „Unser Ziel ist es, nicht mehr von häuslicher Gewalt bedrohten Frauen den Zugang zum Wohnungsmarkt zu erleichtern“, so Weist. Und das ist auch ungemein wichtig, denn die Suche nach Wohnraum für die Zeit nach dem Frauenhaus-Aufenthalt gestaltet sich für die hilfesuchenden Frauen immer wieder sehr schwierig. Kontakt zum Frauenhaus gibt es unter Telefon 04363 1721. vg

 

Reinhard Sager (links), Fabian Weist sowie die Ministerinnen Monika Heinold und Dr. Sabine Sütterlin-Waack übergeben den symbolischen Schlüssel an Sybille Rohowsky vom Frauenhaus-Verein (v.r.). (Foto: Graap)

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