Von visionär bis pragmatisch: Ideen von Studierenden für die Festspiel-Tribüne

Auch wenn für den Neubau der Zuschauertribüne im Eutiner Schlossgarten noch ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden muss, gute Ideen können die Stadt Eutin und die Eutiner Festspiele auch schon im Vorfeld gebrauchen. Was wäre, wenn – darüber haben sich jetzt 13 Studierende der Technischen Hochschule Lübeck im Rahmen einer Semesterarbeit Gedanken gemacht.

Vorgabe: 1800 Sitzplätze einplanen sowie Denkmalschutz beachten

Die jungen Leute stehen kurz vor ihrem Bachelor-Abschluss und haben seit September jeweils alleine an ihren Entwürfen gearbeitet. „Dabei hat jeder die Möglichkeit gehabt, eine Tribüne nach seinen Interessensgebieten zu planen: künstlerisch-visionär bis pragmatisch-realistisch“, berichtet ihr Professor Tobias Mißfeldt. Zu überplanen war eine rund 1000 Quadratmeter große Grundfläche. „Wir haben vorgegeben, dass wir 1800 Sitzplätze brauchen, Natur- und Denkmalschutz zu berücksichtigen sind und hätten es gern gesehen, wenn für den Raum unter der Tribüne eine Nutzung mitangedacht würde“, berichtet Dr. Joachim Scheele, Mitgesellschafter der Festspiele. Ein Kostenrahmen war nicht vorgegeben, weil dies für Studierende nicht ohne Weiteres abschätzbar ist.

Die „Waldtribüne“ passt sich ideal in den Schlossgarten ein

Die Ergebnisse haben die Verantwortlichen mächtig beeindruckt. Da gibt es die futuristische Tribüne in einer selbsttragenden Wabenstruktur, unter deren lichtdurchfluteten Bogen man hindurchgehen kann. Kleine Häuschen dienen hier als Funktionsräume für Requisiten oder Technik. Auch der Vorschlag einer pragmatischen Betonkonstruktion hat seine Vorteile: einfache Pflege und leichte Bauweise durch Fertigelemente – schließlich muss die neue Tribüne in sehr kurzer Zeit zwischen zwei Spielzeiten der Sommeroper errichtet werden. Ein anderer Entwurf nimmt das Thema „Wald“ auf und passt sich optisch der vorgefundenen Umgebung an: Die Bäume des Schlossgartens setzen sich bei der Holzkonstruktion, bei der Baumstämme als Stützen dienen, fort. „Man hat auch unter der Tribüne den Eindruck, weiter durch den Wald zu laufen“, so Scheele. Auch weitere Modelle zeigen die Tribüne nicht als Fremdkörper, sondern gut in den Schlossgarten integriert.

Entwürfe sind im Gastro-Pavillon öffentlich ausgestellt

Hilfreich findet Scheele, dass die Entwürfe nicht nur Ideen zur Ausgestaltung des Architektenwettbewerbs liefern, sondern auch Probleme veranschaulichen, die an diesem Standort auftreten können. Auch interessierte Bürger können einen Blick auf die Arbeiten werfen, sie sind im Gastro-Pavillon vor der Opernscheune ausgestellt. vg

Studentin Neele Jensen hat eine „Waldtribüne“ entworfen, die sich gut ins Umfeld einfügt. (Foto: Graap)

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