Bleiglasfenster für das Kloster im Geschichtserlebnisraum

Glaserauszubildende der Landesberufsschule arbeiten an einem einmaligen Projekt mit

Gut verpackt und geschützt bringt Jannick Salzborn das Fenster über das Gerüst zur Wand des Klosterneubaus auf dem Geschichtserlebnisraum Roter Hahn. Hier will er es gleich mit Meghdad Ahmadi einbauen. Dabei handelt es sich nicht um irgendein Fenster, sondern um eine Bleiverglasung, die die Auszubildenden in der Werkstatt der Landesberufsschule für das Glaserhandwerk auf dem Priwall selbst hergestellt haben.

Gleich daneben schrauben Ebrima Fadika und Henrik Blanke ein Fenster in dem Holzrahmen fest. „Das macht Spaß“, erklärt Fadika und Blanke ergänzt: „Das ist das Optimum an Praxiserfahrung, die wir hier lernen können. Das ist einzigartig, sagen auch unsere Lehrer.“ Dem stimmen Joachim Ehlers und Martin Zimmerman zu, die als Lehrkräfte die Auszubildenden auf den Geschichtserlebnisraum begleitet haben.

Alle vier sind im zweiten Ausbildungsjahr und haben die Bleiglasfenster nach den Motivwünschen des Geschichtserlebnisraums aus Restaurationsglas angefertigt. Diese Gläser werden extra für historische Fensterrekonstruktionen nach alten Methoden hergestellt, wie Lehrer Mike Apmann erklärt.
Sowohl die Herstellung von Bleiverglasungen als auch die Glasmalerei gehören zum Berufsbild des Glasers dazu. „Das ist der klassische Bereich des Glasers“, so Ehlers. Doch das machen nicht mehr viele Glasereibetriebe. Um so besser, wenn die Auszubildenden das an einem konkreten Projekt erfahren dürfen. „Es ist die erste Bleiverglasung, die unsere Klasse gebaut hat“, so Zimmermann ergänzend.

Zustande gekommen ist das Projekt durch die Mithilfe von Glasermeister Michael Thabe aus Kücknitz. „Der hat dann den Kontakt zur Berufsschule hergestellt“, erklärt Frank Thomas vom Geschichtserlebnisraum. Aus Vorschlägen der Schule wurden dann nach Vorlagen von Zisterzienserklostern Muster ausgesucht. Schließlich sollen die Bauelemente auch historisch zusammenpassen.

So sehen die jetzt eingebauten Fenster eher puristisch aus und weisen nur Ornamente, keine Farben auf. Jede Seite hat ein eigenes Muster erhalten, so konnten verschiedene Techniken angewendet werden. Aber auch farbige Fenster werden noch folgen. „Die werden im Sommer gefertigt, da können unsere Schüler dann richtig Glasmalerei betreiben“, so die Lehrkräfte.
Etwas Bleibendes zu schaffen, das hoffentlich noch in 100 Jahren Bestand hat, sei eine tolle Sache, sind sich alle einig. „Für uns als Geschichtserlebnisraum ist die Bauphase ein Bestandteil des pädagogischen Konzeptes“, erläutert Sozialpädagoge Thomas. „Das kommt auch der Gemeinschaft zugute und gleichzeitig kann sich das Handwerk hier der Öffentlichkeit präsentieren.“ Auf den Einbau der farbigen Fenster freut sich Thomas schon. „Wenn dann die Abendsonne durch die Fenster scheint, da freue ich mich ganz besonders drauf.“

Sind mächtig stolz auf ihre Arbeit: Ebrima Fadika (l.) macht die Arbeit viel Spaß, und Henrik Blanke freut sich über die Praxiserfahrung, die die Auszubildenden bei diesem besonderen Projekt erleben durften. Foto: Anja Hötzsch

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