Die Vielfalt der Kulturen

Interkulturelles Miteinander gelingt im Stadtteilhaus in St. Lorenz Süd

Unter dem Motto „Verstehen geht (auch) über schmecken“ haben sich im vergangenen Jahr insgesamt 391 Teilnehmer an dem Projekt beteiligt, um Speisen und Gerichte verschiedener Nationen gemeinsam zuzubereiten und sich in geselliger Runde auszutauschen. Insgesamt 19 mal wurde im Stadtteilhaus im Hansering in St. Lorenz Süd italienisch, türkisch, persisch, afghanisch, armenisch, arabisch, eritreisch, französisch, irakisch, syrisch, japanisch oder persisch gebacken und gekocht. Dazu gehörte jeweils auch die Zubereitung einer typisch deutschen Speise.

„Wir konnten alle eine wunderbare kulturelle und kulinarische Weltreise genießen“, bestätigt Parva Soudikani, erste Vorsitzende des Toranj Kulturvereins, beim Abschlussfest im Stadtteilhaus. „Es war uns wichtig zu zeigen, wie viel Vielfalt auf dem Gaumen möglich ist“, unterstreicht auch Tina Kobold, Projektleiterin von „Großeltern im Quartier“ im Stadtteilhaus in St. Lorenz Süd, den großen Erfolg des gelungenen Miteinanders.

Das Ende von zwei beliebten Projekten überschattete ein lukullisches Abschlussfest

Das positive Ergebnis ist jedoch überschattet: „Die Idee, die hinter dem über das Landesministerium geförderten Projektes stand, war, Verbindungen vom Projekt „Großeltern im Quartier“ und dem Toranj Kulturverein zu nutzen, um Menschen verschiedener Generationen und Herkunft zusammenzubringen, Berührungsängste abzubauen, in Kontakt zu treten, voneinander zu lernen und in Austausch zu kommen“, erläutert Tina Kobold. Daraus und durch andere gemeinsame Veranstaltungen wie dem Stadtteilfrühstück, das auch gemeinsam mit dem Nachbarschaftsbüro im Stadtteilhaus stattfindet, seien bereichernde Kontakte und Begegnungen entstanden.

Interkulturelles Miteinander soll gerade jetzt gefördert werden

Doch nicht nur der interkulturelle Koch- und Backkurs sei nun beendet, auch das Projekt „Großeltern im Quartier“ finde im Mai des Jahres seinen Abschluss – sollte nicht noch ein neuer Träger gefunden werden. Die Interessenvertreter des Lübecker Seniorenbeirats unterstützen den Wunsch nach Fortsetzung des Seniorenprojektes. Und Rafael Janzen vom Vorstand des Forums für Migranten und Migrantinnen sieht eine große Notwendigkeit, interkulturelles Miteinander wie in St. Lorenz Süd weiterhin zu fördern. „Eine Stadt wie Lübeck braucht Projekte wie diese, um die Menschen zusammenzuführen“, sagt er und hofft mit allen Beteiligten ebenfalls auf eine Fortführung des Projektes für die Begegnung der Kulturen.

Auch die aktuelle Namensänderung des Toranj Kulturvereins in Toranj Lübecker Kulturverein soll dazu beitragen, Menschen verschiedener Kulturen weiterhin verstärkt zu verbinden. „Kultur hat keine nationalen Grenzen. Wir organisieren mit vielen Freunden aus unterschiedlichsten Herkunftsländern interkulturelle Aktivitäten“, erzählt Parva Soudikani. Unter dem Motto „Neue Aktivitäten in Lübeck“ zählten dazu in diesem Jahr bereits erste neue Projekte wie „Neu-Lübecker entdecken ihren Wohnort“ oder ein Sprachkurs in Farsi. Auch Angebote in Kooperation mit der Lübecker Musik- und Kunstschule sind angedacht.

Kaffeezeremonie im Stadteilhaus: Parva Soudikani (v. l.) und Tina Kobold und Teilnehmende des gemeinsamen Projektes beim Abschlussfest. Foto: mpa

 

 

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