Gegner der Beltquerung trafen sich in Bad Schwartau

Auftakt der Tagungsreihe „Stop Fehmarnbelttunnel“ mit gut 120 Teilnehmern.

Beim ersten Termin der Tagungsreihe „Stop Fehmarnbelttunnel“ haben sich am Sonnabend nach Angaben der Veranstalter mehr als 120 Interessierte sowie viele Politiker und Verantwortliche der Verwaltung über Konsequenzen und Folgeschäden der geplanten Festen Fehmarnbeltquerung informiert. In Vorträgen mit anschließender Diskussion haben Fachleute Detailaspekte dargestellt.

Bernhard Schmidt, Bauingenieur des Bauamtes Bad Schwartau, legte dar, dass die Lärmwirkungsforschung der letzten Jahre bewiesen habe, dass Lärm krank mache. Die von den Vorhabenträgern vorgelegten Immissionsberechnungen weisen diese Gefährdung der Anwohner nicht genügend aus, so seine Kritik. Zum einen würden Maximalpegel nicht ermittelt, zum anderen seien Berechnungsverfahren nicht normiert. Die Gesundheitsgefährdung der Menschen beruhe auf der Betrachtung der summierten Einwirkungen, die hier nicht vorgelegt wurde.

Wolfgang Kausch von AG Belt Hamburg skizzierte Ergebnisse verschiedener Gutachten und kam zu dem Schluss: „Niemand braucht den Tunnel.“ Neben gewaltigen ökologischen und sozialen Schäden sei der Tunnel mit der Hinterlandanbindung ein Milliardengrab.

Dieter Krause von der Gewerkschaft Verdi sagte, der DGB befürworte zwar die Förderung der Mobilität für Menschen und Güter, allerdings immer mit Blick auf aktuelle Klima- und Umweltanforderungen. Aus Sicht der Gewerkschaft muss die Behauptung, es entstünden durch die feste Querung bis zu 10?000 neue Arbeitsplätze zwischen Kopenhagen und Hamburg kritisch hinterfragt werden. In dieser Rechnung seien wegfallende Arbeitsplätze im Tourismus oder dem Fährbetrieb Scandlines nicht einbezogen.

Bernd Friedrichs von der Reederei Scandlines hat einen Blick in die Zukunft des Fährbetriebs geworfen. „Schon heute fahren die Schiffe zwischen Puttgarden/Fehmarn und Rödby/Lolland klimaschonend dank Hybrid-Antrieb.“ Mit intensiver Forschung werde derzeit an einem rein elektrischen Antrieb der Schiffe gearbeitet.

Die Tagungsreihe wird am 29. Februar auf dem Fährschiff Puttgarden mit dem Thema „Angriff auf die Ostsee“ und am 28. März in den Media Docks mit dem Thema „Die Grenzen des Wachstums“ fortgesetzt. Mehr unter stop-fehmarnbelttunnel.de/

Zum Auftakt diskutierten die Beltgegner am vergangenen Sonnabend in Bad Schwartau. Foto: AG Belt Hamburg

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