Diskussion über bezahlbaren Wohnraum in Lübeck

Im Stadtteil Kücknitz könnten zwei Projekte mit gefördertem Wohnraum verwirklicht werden

Das Ziel ist ehrgeizig, aber notwendig: 5000 neue Wohnungen sollen bis zum Jahr 2025 in Lübeck entstehen. Entsprechende Pläne gibt es auch in Kücknitz. Auf einer Veranstaltung im Nachbarschaftstreff Herrenwyk des Lübecker Bauvereins diskutierten darüber Stefan Probst (Lübecker Bauverein), Dr. Matthias Rasch (Grundstücksgesellschaft Trave) und Hartmut Thede (Wohnungsunternehmen Semmelhaack) mit Thomas Rother, SPD-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter, sowie Peter Petereit, SPD-Fraktionsvorsitzender der Lübecker Bürgerschaft und Moderator der Veranstaltung.

Die Probleme der Investoren brachte Thede auf den Punkt. „Es muss an der Verfügbarkeit der Grundstücke gearbeitet werden und an der Manpower in der Verwaltung“, so der Vertreter des Wohnungsunternehmens Semmelhaack. „Politik, Wohnungsunternehmen und Verwaltung müssen zusammenarbeiten.“
Für die Trave sieht Rasch die steigenden Baukosten als ein großes Problem an. „Wir brauchen interessierte Bauherren, die bereit sind bezahlbar zu bauen“, so Rasch. Bauträger und Investoren von außerhalb wie beispielsweise Semmelhaack sieht er als Bereicherung.

Gefordert werden mehr Zuschüsse von Landesebene

Für den Lübecker Bauverein sind mehr als 50 neu gebaute Wohnungen pro Jahr nicht machbar. „Mehr geht bei unserer Unternehmensgröße nicht“, so Probst. Für ihn stellen Engpässe im Handwerk ein Problem dar, aber auch die Grundstücksvergabe müsse geändert werden und vor allem müsse die Bauverwaltung ausgebaut werden. Aktuell plant der Lübecker Bauverein keine Neubauten in Kücknitz.

Dass bei den Baukostenzuschüssen von Seiten des Landes mehr gemacht werden müsse, will Rother mit nach Kiel nehmen. „Momentan können wir als Land uns das leisten“, meinte Rother. Anders als in Hamburg könne das Bauen in Schleswig-Holstein nicht zur Chefsache werden, so Rother weiter. Da seien mehrere Institutionen beteiligt.

Pläne stehen schon in den Stadtlöchern

Für Semmelhaack stellte Architekt Steffen Soltau die Pläne für die Bebauung des ehemaligen Sportplatzes am Rehsprung vor. Insgesamt acht Baukörper, fünf nördliche und drei südliche, sowie zwei Reihenhauszeilen in lockerer Bebauung sieht die Planung vor. Die 66 Wohneinheiten im nördlichen Bereich werden zu 100 Prozent förderfähig errichtet, wobei für eine bessere Durchmischung die Wohnungen im gesamten Quartier verteilt werden sollen.

Dort wird eine Miete von 5,95 Euro pro Quadratmeter erzielt, auf dem zweiten Förderweg sollen auch Wohnungen für acht Euro im südlichen Bereich errichte werden, wie Thede erklärte. Baurecht könnte Mitte 2021 erzielt werden, die Bauzeit wird voraussichtlich zehn bis zwölf Monate betragen.

Die Pläne für die Bebauung der ehemaligen Feuerwache III in der Elbingstraße sind längst noch nicht so weit gediehen, erklärte Rasch. Ein wichtiger Punkt ist hierbei neben einer wirtschaftlichen Entwicklung des 9 500 Quadratmeter großen Areals die Grundstücksübertragung von der Stadt auf die Trave, bevor hier Baurecht erzielt werden kann. „Vor Mitte oder Herbst 2021 wird da nichts geschehen“, so Rasch. Als Idee präsentierte er vier Baukörper mit acht bis elf Wohneinheiten und sechs bis sieben Mietreihenhäuser, von denen ein Teil förderfähig errichte werden soll.

So sieht der Plan für die Bebauung des ehemaligen Sportplatzes im Rehsprung aus, die ab 2021 realisiert werden könnte.

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